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Knochenkrebs und ....
« am: 21. Mai 2014, 22:24 »





Aktiver Sport auch nach Knochenkrebs-Operation möglich


Wien (OTS) - Das Ewing-Sarkom ist ein bösartiger Knochentumor, der
bevorzugt in Beinen und Hüfte vorkommt und chirurgisch entfernt
werden muss. Die Angst der Betroffenen vor Einschränkungen oder
Verlust der Beweglichkeit ist groß. Ein Studienteam der
Universitätsklinik für Orthopädie und des Comprehensive Cancer Center
(CCC) der MedUni Wien und des AKH Wien konnte nun zeigen, dass
PatientInnen, die hier operiert wurden, mobil bleiben und wieder
Sport betreiben können.

In Österreich erkranken etwa 240 Personen pro Jahr an einem Sarkom.
Die äußerst schmerzhafte Erkrankung betrifft meist das Bein und die
Hüfte und führt zur Zersetzung des Knochens; unbehandelt führt sie
zum Tod. Wurde früher vielfach umfassend amputiert, gelingt es heute
in mehr als 90 Prozent der Fälle, die Extremität zu erhalten. Die
Therapie der Wahl ist eine Kombination aus einer Chemotherapie und
einer Operation, bei der der Tumor chirurgisch entfernt wird. Das
fehlende Stück Knochen kann mittels einer Prothese oder mit eigenem
Knochenmaterial (biologische Rekonstruktion) ersetzt werden. Eine
wichtige Frage, die sich den meist jungen PatientInnen stellt, ist,
inwieweit die OP ihre Mobilität und ihre Fähigkeit Sport zu betreiben
beeinflusst.
Sportfähigkeit kann erhalten werden

Eine Studiengruppe der Universitätsklinik für Orthopädie der MedUni
Wien (Leitung: Reinhard Windhager) untersuchte unter der Leitung von
Gerhard Hobusch die Sportfähigkeit und Mobilität von
LangzeitpatientInnen nach der Operation eines Ewing-Sarkoms. Es
zeigte sich, dass neben der Lage des Tumors und der Art der
Rekonstruktion des Knochens auch die sportliche Aktivität der
PatientInnen vor der OP entscheidend für die Wiederherstellung bzw.
den Erhalt der Beweglichkeit ist.

Hobusch: "Wir konnten an Hand von Langzeitüberlebenden zeigen, dass
eine biologische Rekonstruktion besonders gute Ergebnisse zeigt. Vor
allem, wenn der Tumor am Schienbein lokalisiert war und man nach der
Entfernung des betroffenen Areals den fehlenden Teil mit einem Stück
aus dem Wadenknochen ersetzen konnte. Diese PatientInnen konnten
danach wieder stark belastende Sportarten wie Joggen ausführen und
zeigten dabei vergleichbar gute Ergebnisse wie gesunde Personen."

Gute Ergebnisse zeigten auch biologische Rekonstruktionen an der
Hüfte und am Oberschenkel. Hobusch: "Uns hat überrascht, dass auch
PatientInnen mit Megaprothesen (sehr große Implantate) des Knies und
der Hüfte einen hohen Grad an Mobilität erreichen konnten. Außerdem
hat die Studie gezeigt, dass Personen, die bereits vor der Erkrankung
sportlich aktiv waren, auch nach der Operation mobiler waren und
nicht auf Sport verzichten mussten."
EMSOS 2014: Europas größter Sarkom-Kongress von 22. bis 23. Mai
in Wien

Knochenkrebs ist naturgemäß auch Thema der 27. Jahrestagung der
Europäischen Gesellschaft für muskulo-skelettale Onkologie
(E.M.S.O.S.) von 22. bis 23. Mai 2014 in Wien. Diese richtet sich an
alle Berufsgruppen, die mit der Diagnose und Behandlung von Sarkomen
(Tumoren von Knochen, Knorpel und Fettgewebe) befasst sind.
Kongresspräsident Reinhard Windhager, Leiter der Universitätsklinik
für Orthopädie der MedUni Wien und der CCC-Unit MST (Musculosceletal
Tumors Unit): "Das Programm unseres Kongresses orientiert sich am
Puls der neuesten medizinischen Entwicklungen und ist stark
interdisziplinär ausgerichtet. Wir erwarten mehr als 450
TeilnehmerInnen bei dieser Tagung." www.emsos2014.eu
Service: Clinical Orthopaedics and Related Research

"Do Patients With Ewing's Sarcoma Continue With Sports Activities
After Limb Salvage Surgery of the Lower Extremity?", Gerhard Martin
Hobusch, Nikolaus Lang, Reinhard Schuh, Reinhard Windhager, Jochen
Gerhard Hofstaetter, Clinical Orthopaedics and Related Research
04/2014; DOI:10.1007/s11999-014-3622-x.
www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24748070.