Autor Thema: Schlaganfall vorbeugen?  (Gelesen 15864 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Jutta

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 957
  • Geschlecht: Weiblich
Schlaganfall vorbeugen?
« am: 28. Mai 2008, 22:48 »
Medikamente oder Psychotherapie können Depressionen nach Schlaganfall vorbeugen

Iowa City –  Ein Drittel aller Schlaganfallpatienten entwickelt noch in der Klinik eine Depression. Eine medikamentöse Therapie oder eine Psychotherapie kann dies nach den Ergebnissen einer randomisierten kontrollierten Studie im Journal of the American Medical Association (JAMA 2008; 299: 2391-2400) häufig verhindern.

Depressionen verschlechtern nach einem Schlaganfall die Chancen einer erfolgreichen Rehabilitation und gehen häufig mit einer erhöhten Sterblichkeit der Patienten einher. Wegen der hohen Inzidenz der Depression erscheint deshalb eine präventive Therapie gerechtfertigt. Drei frühere randomisierte Studien konnten jedoch keine Wirkung belegen. Anders war dies in einer Studie der Universität in Iowa City, in der 176 Schlaganfallpatienten auf drei Gruppen randomisiert wurden. Dabei wurde die Wirkung einer problemlösungsorientierten Psychotherapie oder einer Behandlung mit dem Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) Escitalopram mit Placebo verglichen.

Die günstigste Wirkung erzielte das SSRI. In dieser Gruppe enwickelten 8,5 Prozent der Patienten eine Depression. Im Placebo-Arm waren es dagegen 22,4 Prozent. Die Gruppe um Robert Robinson errechnet eine Hazard Ratio von 4,5 (95-Prozent-Konfidenzintervall 2,4-8,2) und – was gerade bei einem präventiven Einsatz wichtiger ist – eine Number Needed to Treat von 7,2 Patienten, die mit dem Medikament behandelt werden müssten, um die Depression bei einem Patienten zu vermeiden.

Da nicht alle Patienten an der Therapie teilnahmen, könnten diese Zahlen die Wirkung der Therapie überschätzen. Doch auch unter der ungünstigen Annahme, dass alle 27 Patienten, welche die Therapie verweigerten, eine Depression entwickelten, war die SSRI-Therapie Placebo noch überlegen: Hazard Ratio 2,2 (1,2-3,9).

Auch die Psychotherapie wirkte. In diesem Studien-Arm entwickelten 11,9 Prozent der Patienten (statt 22,4 Prozent unter Placebo) eine Depression: Die Hazard Ratio betrug 2,2 (1,4-3,5) und die Number Needed to Treat 9,1. Wenn hier die Therapieabbrecher als allerdings als Versager gewertet werden, ist der Vorteil nicht mehr signifikant.

Angesichts der negativen Ergebnisse früherer Studien dürfte die Bewertung zurückhaltend ausfallen, zumal die Studienteilnehmer eine Auswahl von Schlaganfallpatienten mit günstiger Prognose darstellten. Patienten, die zu Beginn der Studie bereits eine Depression entwickelt hatten, waren ebenso ausgeschlossen wie Patienten, deren verbale Fähigkeiten durch den Schlaganfall so weit gestört waren, dass eine Psychotherapie für sie nicht mehr infrage kam. Sie könnten deshalb auch nicht einer SSRI-Therapie zugeordnet werden.

Richi

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 627
  • Geschlecht: Männlich
Schlaganfall: Nachsorge mit Vorbeugung vor Lungenentzündung?
« Antwort #1 am: 03. Juni 2008, 13:06 »

Präventive Therapie schützt nach Schlaganfall

Antibiotika können Infektionsrisiko deutlich senken


Wissenschaftler des Centrums für Schlaganfallforschung der Charité - Universitätsmedizin Berlin haben einen neuen Weg gefunden, um Schlaganfall-Patienten vor bakteriellen Lungenentzündungen und anderen Infektionen zu schützen. „Diese Lungenentzündungen sind kurz nach einem Schlaganfall die häufigste Todesursache“, erklärt Prof. Andreas Meisel, der Leiter der Studie. In der Online-Zeitschrift der Public Library of Science (PLoS ONE)* beschreiben die Wissenschaftler, wie eine vorbeugende antibakterielle Therapie diese Lungenentzündungen verhindern kann.

Vierzig Patienten erhielten im Rahmen der Studie vorsorglich ein Antibiotikum, das bei bakterieller Lungenentzündung häufig eingesetzt wird. Die ebenso große Kontrollgruppe erhielt kein Medikament. Fast die Hälfte dieser Kranken bekam in der ersten Woche nach dem Schlaganfall eine Infektion. In der Gruppe der Patienten mit präventiver Antibiotikatherapie sank die Rate auf 17 Prozent.

„Wir konnten die gefährliche Komplikation in den meisten Fällen verhindern“, hebt Prof. Meisel als größten Erfolg der Studie hervor. Die Therapie begann zwölf bis 36 Stunden nach dem Schlaganfall und wurde bis zum 7. Tag fortgesetzt. „Die Infektionen treten in der Regel zwischen dem 2. und dem 7. Tag auf“, sagt Meisel. „Zwei Tage nach dem Schlaganfall nützt eine antibiotische Therapie daher nichts mehr.“

Die Wissenschaftler fanden auch heraus, weshalb Schlaganfall-Patienten so anfällig für Bakterien sind. „Bei vielen bricht kurz nach dem Anfall das gesamte Immunsystem zusammen“, erläutert Meisel. „Wer dann eine Infektion erleidet, hat später häufig mit schwereren neurologischen Langzeitfolgen zu kämpfen.“ Die Forscher hoffen jetzt, in einer größeren Studie an etwa 1000 Patienten ihre Ergebnisse bestätigen zu können. „Wenn alles gut geht, steht die Therapie in fünf Jahren allen zur Verfügung“, hofft Meisel.

* Harms H, Prass K, Meisel C, Klehmet J, Rogge W, Drenckhahn C, Göhler J, Bereswill S, Göbel U, Wernecke K, Wolf T, Arnold G, Halle E, Volk HD, Dirnagl U, Meisel A 2008. Preventive antibacterial therapy in acute ischemic stroke: a randomized controlled trial. PloS ONE, http://www.plosone.org/doi/pone.0002158

Prof. Andreas Meisel,
Centrum für Schlaganfall-Forschung, Charité -
Universitätsmedizin Berlin
Tel.: 030 - 450 560 020
andreas.meisel(at)charite.de

Edi

  • Global Moderator
  • intensiv Benutzer
  • *****
  • Beiträge: 471
  • Geschlecht: Männlich
Mehr Obst und mehr Sport - regelmäßige Beratung lohnt sich
« Antwort #2 am: 24. Juni 2008, 16:54 »

LONDON (mut). Es lohnt sich, Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko immer wieder auf einen gesunden Lebensstil hinzuweisen: Mithilfe regelmäßiger Beratung gelingt es ihnen, das Rauchen aufzugeben, mehr Obst und Gemüse zu essen und sich mehr zu bewegen, zeigen Daten einer europäischen Großstudie.

An der Studie Euroaction haben etwa 10 000 Menschen aus acht europäischen Ländern teilgenommen. Sie hatten alle eine KHK oder ein hohes kardiovaskuläres Risiko und wurden ein Jahr lang entweder in Allgemeinarztpraxen oder Kliniken betreut. Patienten aus Arztpraxen wurden einmal pro Woche von Praxisassistentinnen zu Ernährung und Lebensstil beraten. Die Klinikpatienten erhielten mehrmals pro Woche Anweisungen von Diätassistenten, Physiotherapeuten und Herzsportexperten. Etwa die Hälfte der Patienten - die Kontrollgruppe - wurde dagegen nicht besonders betreut

www.thelancet.com/search/results?search_mode=cluster&search_cluster=thelancet&search_text1=Euroaction.

Die Ergebnisse nach einem Jahr: 72 Prozent der KHK-Patienten aßen die empfohlene Menge von Obst und Gemüse von mindestens 400 Gramm täglich in fünf Portionen, 35 Prozent waren es in der Kontrollgruppe. 58 Prozent der Raucher schafften es aufzuhören (Kontrollgruppe: 47 Prozent). 17 Prozent aßen, wie empfohlen, mindestens dreimal pro Woche fetten Fisch (Kontrollgruppe: 8 Prozent). Und 41 Prozent trainierten vier- bis fünfmal pro Woche 30 bis 45 Minuten bei 60 bis 75 Prozent der maximalen Pulsrate - in der Kontrollgruppe war der Anteil nur halb so groß. Auch erreichten ............ http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_Medizin_Detail?articleItemId=7a0ffb2ef76e5c12f6695cd43b594654

Josef

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 914
  • Geschlecht: Männlich
Omegas 3 Einnahme - Senkung von Vorhofflimmern
« Antwort #3 am: 25. August 2008, 23:38 »

21/08/08,16:33, Elsevier Von Mitchel L. Zoler

Einnahme von Omega-3-Fettsäuren mit Senkung von neu auftretendem Vorhofflimmern verknüpft

TORONTO (EGMN) – Patienten mit kardiovaskulärer Erkrankung, die oral Omgea-3-Fettsäuren einnahmen, hatten in einer retrospektiven Beobachtungsstudie mit mehr als 11.000 Patienten ein um 73 Prozent reduziertes Risiko für die Entwicklung eines Vorhofflimmerns.

Auch wenn die Studie hinsichtlich identifizierter Störgrößen anpasste, könne sie aber dennoch nicht als definitiv angesehen werden, da es sich um eine nicht-kontrollierte, retrospektive Studie handele, erklärten Dr. Brian J. Barnes, und seine Kollegen in einem Poster auf dem 14. World Congress on Heart Disease.

Zudem enthielt die Analyse keine Informationen zur Dosierung der eingenommenen Omega-3-Fettsäuren oder der Dauer der Behandlung. „Die optimale Dosis von Omega-3-Fettsäuren zur Prävention von Vorhofflimmern ist unbekannt“, erklärten Dr. Barnes und seine Kollegen in ihrem Poster. Die neuen Ergebnisse rechtfertigten eine prospektive Studie, um den Einfluss von Omega-3-Fettsäuren auf die Inzidenz von Vorhofflimmern besser dokumentieren zu können, sagten sie.

Die Studie umfasste 11.360 Patienten http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_News_Article_Medical?profileAOI=8&profileAOIName=Allgemeinmedizin&articleItemId=3a7f5435d7574cb55d567bb3d2602f23
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Gitti

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 1.339
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Schlaganfall vorbeugen?
« Antwort #4 am: 02. März 2009, 01:04 »
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=090220010

   Gesunder Lebensstil halbiert Schlaganfall-Risiko
   Krankheit verursacht jedes Jahr Milliardenkosten


   Norwich (pte/20.02.2009/10:10) - Ein ungesunder Lebensstil kann das
   Schlaganfall-Risiko mehr als verdoppeln. Wissenschaftler der University
   of East Anglia http://www.uea.ac.uk haben als Hauptfaktoren Rauchen,
   zuviel Alkohol, zu wenig Bewegung, zu wenig Gemüse und Obst aufgelistet.
   Nur ein kleiner Teil der 20.000 untersuchten Erwachsenen lebten gesund
   genug, um sich gegen diese Krankheit zu schützen. Laut dem British
   Medical Journal verursachen Schlaganfälle allein in Großbritannien Kosten
   in Höhe von sieben Mrd. Pfund.

   Frühere Studien haben nachgewiesen, dass Faktoren der Lebensführung wie
   Rauchen und Ernährung, mit dem Risiko eines Schlaganfalls oder eines
   Herzanfalls in Verbindung stehen. Die Auswirkungen einer Kombination von
   Risikofaktoren bei anscheinend gesunden Menschen waren bisher weniger
   klar. Das Team um Phyo Myint vergab einen Punkt für jedes "gesunde
   Verhalten", dass von den zwischen 40 und 79 Jahre alten Teilnehmern
   angegeben wurde. Einen Punkt erhielten jene, die nicht rauchten, zwischen
   einer und 14 Einheiten Alkohol in der Woche tranken, fünf Portionen Obst
   und Gemüse täglich aßen oder körperlich aktiv waren.

   Dabei erreichten deutlich mehr Frauen die maximale Punktezahl von vier.
   Jene, die keinen Punkt erreichten, erlitten 2,3 Mal so wahrscheinlich in
   den folgenden elf Jahren einen Schlaganfall wie jene, die vier Punkte
   hatten. Für jeden Punkt weniger erhöht sich laut den Wissenschaftlern das
   Schlaganfall-Risiko. 259 Teilnehmer erreichten keinen Punkt. 15 erlitten
   in der Folge einen Schlaganfall, also 5,8 Prozent. Am häufigsten wurden
   drei Punkte erreicht. Von diesen 7.822 Personen erlitten 186, also 2,4
   Prozent, später in ihrem Leben einen Schlaganfall. Rund 5.000 Teilnehmer
   erreichten vier Punkte, das entsprach einem Schlaganfall-Risiko von 1,7
   Prozent. (Ende)

Gitti

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 1.339
  • Geschlecht: Weiblich
Tee und Schlaganfall
« Antwort #5 am: 03. März 2009, 12:09 »
Tee schützt vor Schlaganfall[/b

Wer täglich mehrere Tassen Tee trinkt, senkt sein Apoplexie-Risiko. Offenbar gibt es sogar einen linearen Zusammenhang. Dabei ist es egal, ob grüne oder schwarze Sorten gewählt werden.

Das stellten Dr. Lenore Arabund Kollegen von der University of California, Los Angeles (USA) in einer aktuellen Meta-Analyse fest. Die Forscher hatten neun Studien mit insgesamt 194.965 Teilnehmern ausgewertet.

Dabei wiesen sie einen linearen Zusammenhang zwischen Tee-Konsum und Apoplexie-Risiko nach. Personen, die drei Tassen grünen oder schwarzen Tee pro Tag tranken, waren um 21 Prozent weniger gefährdet. Diese Effekte zeigten sich jedoch nur bei Aufgüssen aus der Teepflanze Camellia sinensis, Kräuter- und Früchtemischungen waren in der Hinsicht wirkungslos.

http://www.aerztlichepraxis.de/artikel_neurologie_apoplex_tee_123539272984.htm

Tanja

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 932
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Schlaganfall vorbeugen?
« Antwort #6 am: 22. Juni 2010, 01:10 »
Montag, 21. Juni 2010
Medizin Tee und Kaffee kardioprotektiv

dpa
Bilthoven – Starke Kaffee- oder Teetrinker erkranken einer Studie in Arteriosclerosis, Thrombosis, and Vascular Biology (2010, doi: 10.1161/ATVBAHA.109.201939) zufolge seltener an einer koronaren Herzkrankheit (KHK).

Es scheint als hätten Epidemiologen ihre früheren Bedenken gegenüber Kaffee überwunden. Lange hieß es Kaffee erhöhe Blutdruck und Blutzucker, und auch seine diuretische Wirkung können dem Herz-Kreislauf-System nur schaden.

Experten diskutierten, durch welche Zubereitungsmethode die negativen Auswirkungen auf den Cholesterinwert möglichst niedrig gehalten werden könnten. Vor allem älteren Menschen rieten die Ärzte dringend zu koffeinfreiem Kaffee, der noch heute einen Marktanteil von 10 Prozent hat.

In den letzten Jahren häuften sich die Studien, die dem Kaffeekonsum eine positive Wirkung zuschreiben. Kaffeetrinker sollen demnach seltener an Typ-2-Diabetes mellitus erkranken. Jetzt ermittelt eine Beobachtungsstudie aus den Niederlanden sogar eine kardioprotektive Wirkung des koffeinhaltigen Getränks.

Yvonne van der Schouw vom Nationalen Institute für öffentliche Gesundheit und Umwelt (RIVM) in Bilthoven hat für die Studie die Daten von 37.514 Niederländern ausgewertet, die in Fragebögen zu ihren Lebensgewohnheiten auch ihren Kaffee- und Teekonsum angegeben hatten.

Bereits zwei bis vier Tassen pro Tag waren in den folgenden 13 Jahren mit einem um 21 Prozent signifikant verminderten Risiko auf eine KHK-Erkrankung assoziiert. Auch das KHK- und Gesamtsterberisiko waren vermindert. Hier wurde allerdings das Signifikanzniveau verfehlt.

zum Thema

    * Abstract der Studie
    * Pressemitteilung der American Heart Association

Diese ..............http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/41676/Tee_und_Kaffee_kardioprotektiv.htm

Werner

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 866
  • Geschlecht: Männlich
Schlaganfall - ASS?
« Antwort #7 am: 11. September 2012, 00:35 »



Schlaganfall – kein zusätzlicher Nutzen durch ultrafrühe Intervention mit Aspirin bei Lyse-Patienten

Mit immer wieder neuen Studien ringen Neurologen darum, die Behandlung von ischämischen Schlaganfällen zu verbessern, drohende Behinderungen zu verhindern und die Genesung ihrer Patienten zu beschleunigen. Wie sich theoretisch sinnvolle Methoden ins Gegenteil kehren können, zeigte jetzt eine Untersuchung niederländischer Neurologen, die in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde: Acetylsalicylsäure (ASS), die innerhalb 90 Minuten nach einer Lyse-Therapie zum Auflösen des Blutgerinnsels verabreicht wurde, erhöhte in den ersten drei Monaten das Risiko von Hirnblutungen um das Dreifache, zeigte aber keinen günstigen Einfluss auf die Behinderung der Patienten.

„Diese Arbeit bekräftigt eindrucksvoll die Empfehlung der Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), dass ASS zwar prinzipiell in der Frühphase nach dem Schlaganfall zur frühen Sekundärprävention gegeben werden soll, aber nicht, wenn eine Lyse-Therapie durchgeführt wird. Dann muss mindestens 24 Stunden gewartet werden“, sagt Professor Martin Grond, Vorstandsmitglied der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Wegen der hohen Rate an Hirnblutungen musste die Untersuchung in Holland sogar vorzeitig abgebrochen werden.
 
An der ARTIS-Studie (Antiplatelet therapy in combination with Rt-PA Thrombolysis in Ischemic Stroke) zum frühen Einsatz von ASS nahmen 642 Patienten in 37 Zentren der Niederlande teil. Alle hatten einen durch Gefäßverschluss ausgelösten ischämischen Schlaganfall erlitten und waren innerhalb der ersten viereinhalb Stunden mit Infusionen des rekombinanten gewebespezifischen Plasminogen Aktivators (rt-PA, Alteplase) behandelt worden. Das gentechnisch hergestellte Enzym vermag Blutgerinnsel aufzulösen und verschlossene Blutgefäße in etwa der Hälfte aller Fälle wieder zu öffnen. Jedoch kommt es nach einer Lyse-Therapie bei 14-34% der Patienten zum erneuten Gefäßverschluss, was wahrscheinlich auf einer Aktivierung der Thrombozyten beruht. „Theoretisch müssten sich diese sekundären Gefäßverschlüsse mit Thrombozytenfunktionshemmern verhindern lassen“, erläutert Professor Hans-Christoph Diener, Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Essen.
 
Von der Beobachtung zur Studie

Frühere Studien wiesen darauf hin, dass Patienten, die bereits vor dem Schlaganfall Thrombozytenaggregationshemmer wie ASS oder Clopidogrel eingenommen hatten, sich besser erholten. Die niederländischen Neurologen um Sanne M. Zinkstok und Yvo B. Roos vom Medizinischen Zentrum der Universität Amsterdam hofften nun, diesen Effekt ebenfalls zu erzielen, indem sie 322 ihrer Patienten innerhalb 90 Minuten nach Beginn der Lyse-Therapie das Medikament ASS spritzten.
 
Von der Studie zum vorzeitigen Abbruch

Drei Monate später ermittelten die Ärzte anhand der modifizierten Rankin-Skala das Ausmaß der Behinderung. Gar keine oder nur geringe Behinderungen hatten demnach 54 Prozent jener Patienten, die ASS bekommen hatten, gegenüber 57% in der Vergleichsgruppe ohne ASS. Zwar war der Nachteil für ASS statistisch nicht bedeutsam, keinesfalls lässt sich aus diesen Zahlen jedoch ein Vorteil für das Präparat herauslesen. Dafür aber ein erheblicher Nachteil bei den Nebenwirkungen: Die Häufigkeit von Hirnblutungen erhöhte sich unter ASS um mehr als das Dreifache; in der ersten Gruppe waren bei 14 Patienten Blutungen aufgetreten, in der zweiten bei fünf. Dieser Unterschied war so eindeutig, dass die Studienleiter die ursprünglich auf 800 Patienten angelegte Untersuchung aus ethischen Gründen vorzeitig abbrechen mussten.

„Die Resultate dieser Studie unterstützen die Empfehlungen unserer aktuellen Leitlinien“, bekräftigt Professor Gerhard F. Hamann, Direktor der Neurologischen Klinik der Dr.-Horst-Schmidt-Klinik in Wiesbaden und 3. Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft. Die Suche nach besseren Therapien gehe aber weiter, so Professor Hamann. „So besteht die Hoffnung, mit hochmodernen, bildgebenden Verfahren wie dem multimodalen CT oder dem Schlaganfall-MRT jene Patienten zu identifizieren, die von einer intensivierten pharmakologischen oder neuroradiologisch interventionellen Behandlung profitieren.“ Auch diese Vermutung müsse allerdings erst noch in prospektiven klinischen Studien bewiesen werden.
 
Terminhinweis:
„Update akute Schlaganfalltherapie“ mit Professor Werner Hacke, Heidelberg, am Freitag, den 28. September 2012, von 10.00 bis 11.00 Uhr im CCH Hamburg auf dem 85. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. www.dgn.org/presse
 
Literaturhinweise:
Zinkstok SM, Roos YB; on behalf of the ARTIS investigators. Early administration of aspirin in patients treated with aLnacet. 2012 jun Iteplase for acute ischaemic stroke: a randonides controlled trial. Lancet. 2012 Jun 27.
Parsons MW, Leva CR. Repersfusion trials for acute ischaemic stroke. Lancet. 2012 Jun 27.

Quelle: DSG, DGN

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=38598

Gitti

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 1.339
  • Geschlecht: Weiblich
Weltweit 2,3 Millionen kardiale Todesfälle durch Kochsalz
« Antwort #8 am: 22. März 2013, 22:59 »


Weniger Salz verwenden!


Weltweit 2,3 Millionen kardiale Todesfälle durch Kochsalz

Freitag, 22. März 2013

dpa

Boston/Atlanta – Die exzessive Kochsalzzufuhr der Bevölkerung ist weltweit jedes Jahr für 2,3 Millionen kardialer Todesfälle verantwortlich, rechnen Epidemiologen auf einer Fachtagung der American Heart Association in New Orleans vor. Schon Kleinkinder würden zu häufig mit salzigen Snacks verwöhnt, berichtet ein weiteres Team.

Nicht nur in Deutschland und anderen Industrieländern nehmen die Menschen zu viel Salz mit der Nahrung zu sich. Auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern ist die Zufuhr in den letzten Jahrzehnten gestiegen, wie Dariush Mozaffarian von der Harvard School of Public Health in Boston und Mitarbeiter aus der Global Burden of Diseases Study der Weltgesundheitsorganisation (WHO) recherchiert haben.
Anzeige

Danach betrug 2010 die mittlere globale Natriumzufuhr 3,95 g/die, fast doppelt so viel, wie die von der WHO empfohlenen 2 g/die. Am höchsten war die Zufuhr in Kasachstan (6,0 g/d), Mauritius (5,6) und Usbekistan (5,5), am wenigsten Salz erhalten die Menschen in Kenia (1,5), Malawi (1,5) und Rwanda (1,6). Dort mögen einige Menschen unter­versorgt sein. Die globale Regel ist aber eine Überversorgung, die sich in den letzten beiden Jahrzehnten noch verschärft hat. Die globale Pro-Kopf-Tageszufuhr ist laut  Mozaffarian um 124 mg gestiegen (Alle Zahlen gelten für Natrium, für die Zufuhr von Kochsalz, also Natriumchlorid gelten höhere Werte).

aerzteblatt.de

    Zu viel Salz könnte Entstehung von Autoimmunerkrankungen fördern

zum Thema

    Tagung
    Abstract zum globalen Salzkonsum
    Abstract zum Einfluss auf die kardiovaskulärerMortalität
    Dazu: Pressemitteilung der American Heart Association
    Abstract zur Säuglings– und Kindernahrung
    Dazu: Pressemitteilung der American Heart Association

Die Zahlen ......... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/53843

hilde

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 572
  • Geschlecht: Weiblich
Feinstaub beschleunigt Atherosklerose
« Antwort #9 am: 04. Mai 2013, 20:30 »



Feinstaub beschleunigt Atherosklerose

Nicht rauchen und wenig Aufenthalt bei stark frequentierten Straßen hilft!


Freitag, 3. Mai 2013
dpa

Seattle – Je mehr Feinstaub sich in der Luft befindet, desto schneller schreitet die Verkalkung der Blutgefäße voran. Dies zeigen die Ergebnisse einer prospektiven Beobachtungsstudie in PloS Medicine (2013; 10: e1001430), die die Intima-Media-Dicke der Halsschlagader mit Schadstoffmessungen in der Luft in Beziehung setzte.

An der Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis and Air Pollution (MESA Air Pollution) beteiligten sich fast 7000 Personen im Alter von 45 bis 84 Jahren aus sechs US-Groß­städten, in denen die Feinstaubkonzentration (PM2,5) häufig über den Grenzwerten liegt. Bei den meisten Probanden wurden in den Jahren 2000 und 2005 zwei Ultra­schalluntersuchungen der Halsschlagader durchgeführt, bei denen die Intima-Media-Dicke gemessen wurde. Sie gilt als ein guter Maßstab für die Atherosklerose, der wesentlichen Ursache für die meisten Herzkreislauferkrankungen vom Myokardinfarkt bis zum Schlaganfall.

Wie ,,,,,,,,,,,,,, http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/54287


hilde

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 572
  • Geschlecht: Weiblich


WHO-Studie: Kalium in der Nahrung senkt Schlaganfallrisiko

Freitag, 5. April 2013

Kalium unter Tetrahydrofuran /wikipedia


Genf – Nicht nur ein Überfluss an Natrium in der Nahrung kann den Blutdruck erhöhen und das Herz-Kreislauf-Risiko steigern. Auch ein Mangel an Kalium ist nach einer Meta-Analyse im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2013; 346: f1378) eine mögliche Ursache für den Bluthochdruck und ein Risikofaktor für Schlaganfälle. Die Weltgesundheits­organisation (WHO) hat deshalb kürzlich Empfehlungen zur Steigerung der Kaliumzufuhr mit der Nahrung vorgestellt.

Über die Auswirkungen von Natrium und Kochsalz auf das Herz-Kreislauf-System wurde in den letzten Jahren viel publiziert. Erst vor zwei Wochen wurde auf einer Fachtagung der American Heart Association vor den Folgen der exzessiven Kochsalzzufuhr gewarnt, die nach den Berechnungen von Epidemiologen jedes Jahr für 2,3 Millionen kardiale Todesfälle verantwortlich ist.

Die WHO hat in einer kürzlich veröffentlichten Leitlinie die Bevölkerung aufgefordert, die tägliche Natriumzufuhr auf 2 Gramm und die Kochsalzzufuhr auf 5 Gramm am Tag zu beschränken. Gleichzeitig wurde erstmals eine Leitlinie zur Kaliumzufuhr veröffentlicht. Kalium ist in vielen Aspekten des Stoffwechsels ein Gegenspieler von Natrium und frühere Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass ein Mangel negative Auswirkungen auf den Blutdruck haben kann.

.......... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/53957


hilde

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 572
  • Geschlecht: Weiblich
Schlaganfall vorbeugen - wie, womit?
« Antwort #11 am: 31. August 2013, 15:50 »



Drei von sieben Lebensregeln reduzieren Schlaganfallrisiko deutlich

Donnerstag, 29. August 2013

"Die größte Wirkung hat danach der Blutdruck" dpa

Atlanta/Berlin – Wer das Risiko für einen Schlaganfall senken möchte, sollte bei seinem Lebensstil besonders auf einen normalen Blutdruck und gute Blutzuckerwerte achten und außerdem nicht rauchen. Allein ein gut eingestellter Blutdruck senkt das Risiko um 60 Prozent. Das berichten die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN).

Sie beziehen sich dabei auf eine in der Fachzeitschrift Stroke (2013 Jul;44(7):1909-14) erschienene Studie, die untersucht, ob und gegebenenfalls wie sich die sieben Lebens­regeln der US-amerikanischen Herzgesellschaft zum Schutz vor einem Herzinfarkt auch auf das Schlaganfallrisiko auswirken.

Diese sieben Regeln beziehen sich auf Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker. Außerdem sollte man viertens körperlich aktiv sein, fünftens Übergewicht vermeiden, sich sechstens gesund ernähren und siebtens nicht rauchen.

In der Studie begleiteten Wissenschaftler unter der Leitung des Departments of Epidemiology der Emory University Atlanta mehr als 22.000 US-Amerikaner im Alter über 45 Jahre über fast fünf Jahre. Die Teilnehmer füllten zu Beginn der Studie Fragebögen zu ihren Lebensgewohnheiten aus. So konnten die Forscher den Einfluss einzelner Lebensregel auf die Schlaganfallhäufigkeit untersuchen.

zum Thema

    zum Abstract der Studie in Stroke

„Die Teilnehmer mit einem optimalen Lebensstil erlitten nur halb so häufig einen Schlaganfall wie Teilnehmer, die gegen viele Regeln verstießen“, erläutert der DSG-Pressesprecher Joachim Röther von der Asklepios Klinik in Hamburg-Altona.

Die Studie dokumentiert erstmals, dass auch die Einhaltung einzelner Lebensregeln das Schlaganfallrisiko günstig beeinflusst. Die größte Wirkung hat danach der Blutdruck. Optimale Werte senkten das Schlaganfallrisiko um 60 Prozent. „Der Bluthochdruck kann heute mit Medikamenten ohne Einschränkung der Lebensqualität wirksam behandelt werden“, sagte Hans-Christoph Diener, Pressesprecher der DGN und Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen: „Alle betroffenen Erwachsenen sollten diese Möglichkeit nutzen.“

Einen deutlichen Einfluss hatte auch der Verzicht auf das Rauchen. „Studienteilnehmer, die seit mindestens einem Jahr nicht mehr geraucht hatten, erlitten um 40 Prozent seltener einen Schlaganfall“, berichtet Diener. Ebenso groß war der Einfluss des Blutzuckers. „Ein Diabetes gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für den Schlag­anfall“, so Diener.

Bei den anderen Lebensstilfaktoren .... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/55665

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 5.963
  • Geschlecht: Männlich
Wirre SMS als Alarmzeichen für Schlaganfall
« Antwort #12 am: 26. Dezember 2014, 01:22 »



Wirre SMS als Alarmzeichen für Schlaganfall

Wenn sich "Tippfehler" in Kurznachrichten häufen


http://www.lifeline.de/news/medizin-gesundheit/wirre-sms-als-alarmzeichen-fuer-schlaganfall-id142859.html

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 5.963
  • Geschlecht: Männlich
Gedächtnisstörungen erhöhen Risiko für Schlaganfälle
« Antwort #13 am: 26. Dezember 2014, 23:12 »




Gedächtnisstörungen erhöhen Risiko für Schlaganfälle


Freitag, 19. Dezember 2014

Rotterdam – Subjektive Störungen der Gedächtnisleistung könnten ein möglicher Hin­weis auf Gefäßrisikofaktoren sein, die zu einem Schlaganfall führen können. Wissen­schaftler der Erasmus Universität Rotterdam konnten dies besonders für Leute mit einem hohen Bildungshintergrund nachweisen. Die Arbeitsgruppe um Arfan Ikram berichtet in Stroke über die Ergebnisse ihrer Studie (http://dx.doi.org/10.1161/STROKEAHA.114.006616).

Patienten, die einen Schlaganfall erleiden, haben ...... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/61256