Autor Thema: Prostatakrebs: Das PSA- und Biopsie Dilemma! Und PCA3 bzw. DiaPat .....?  (Gelesen 14034 mal)

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Josef

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Die PSA-Hitparade in Euopa wird zurück gefahren. Viele Urologen halten nur mehr wenig vom PSA-Screening.

Der Patient ist sich im Unklaren, wenn der PSA "leicht erhöht" ist. Wann wird es problematisch? Ein echter Anhaltspunkt ist wohl die Zeit bis zur Verdoppelung und die Beiziehung des freien PSA-Wertes.

Aber warum wird nicht der Wert PCA3 bestimmt (siehe Details hier im Forum!).

Weiterer Schritt ist dann die Biopsie der Prostata. Oft wird dann ein Krebs
entdeckt - oft aber auch nicht; und bei der nächsten Biopsie in
einem Jahr - der PSA stieg nämlich weiter - noch nichts entdeckt!

Warum gibt es nicht mehr DiaPat-Untersuchungen?

Im folgenden Artikel kann man mehr lesen:



http://www.handelsblatt.com/news/Technologie/Forschung-Innovation/_pv/_p/203116/_t/ft/_b/1295177/default.aspx/aerzte-warnen-vor-prostatakrebs-tests.html

HANDELSBLATT, Dienstag, 17. Juli 2007, 08:44 Uhr
Früherkennung

Ärzte warnen vor Prostatakrebs-Tests
Von Dietrich von Richthofen

Bei Krebs ist es wichtig, dass die Erkrankung so früh wie möglich diagnostiziert wird. Die Möglichkeiten, die Urologen bislang zur Erkennung von Prostatakrebs haben, sind mit Blut- und Gewebeproben verbunden. Nun kommen Urintests auf den Markt – die sind jedoch nicht nur teuer, Experten bezweifeln sogar deren Aussagekraft.

BERLIN. Prostatakrebs ist die häufigste Tumorerkrankung bei Männern. Wird das bösartige Krebsgeschwür frühzeitig gefunden, kann es meist gut behandelt werden. Bislang ist jedoch eine Früherkennung des Tumors – der vor allem bei älteren Männern auftritt – nur schwer möglich. Die Tastuntersuchung durch den Urologen ist zu ungenau und der so genannte PSA-Test zur Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut zu unspezifisch. Abhilfe versprechen neuere Harntests, die in Europa und in den USA entwickelt wurden. Sie versprechen eine Diagnose des Tumors bereits im Frühstadium und sogar ohne operative Entnahme einer Gewebeprobe. Urologen sind jedoch skeptisch und warnen vor zu großen Hoffnungen.

Die neuen Tests setzen auf so genannte Biomarker, die ein Prostatakarzinom anzeigen, bevor es Beschwerden verursacht. Das „Diapat“ genannte Analyseverfahren der in Hannover ansässigen Firma Mosaique Diagnostics beispielsweise erkennt anhand eines charakteristischen Eiweißmusters im Urin des Patienten, ob ein Prostatakarzinom vorliegt. Dazu vereinzeln die Forscher die im Prostatasekret vorhandenen Eiweiße und untersuchen sie im Massenspektrometer. Das Eiweißmuster des Patienten wird anschließend mit denen aus einer Datenbank abgeglichen, daraus lassen sich Rückschlüsse auf die Wahrscheinlichkeit ziehen, dass ein Prostatakrebs vorliegt.

In einigen Urologie-Praxen kommt das Verfahren bereits zum Einsatz. Bislang müssen die meisten Patienten jedoch die mehrere Hundert Euro für den teuren Test selbst bezahlen. Nur einige private Krankenkassen übernehmen Kosten. „Wir wollen den PSA-Test nicht ersetzen, sondern mit zusätzlichen Informationen präzisieren“, sagt Harald Mischak, Geschäftsführer des Diapat-Labors in Hannover.
Der neue Test eigne sich besonders gut für Patienten, bei denen ein erhöhter PSA-Wert den Verdacht auf Prostatakrebs nahe lege, dieser jedoch in einer ersten Gewebeprobe (Biopsie) nicht bestätigt werden konnte, sagt der Münchner Urologe Hartwig Bauer. Das Problem: Eine negative Biopsie kann die Krebserkrankung nicht zuverlässig ausschließen, da der Arzt dabei am Tumorherd vorbeistechen kann. „Viele Patienten machen dann einen regelrechten Biopsie-Marathon mit“, sagt Bauer. Wenn der Diapat-Test den negativen Befund bestätige, könne man mit weiteren Biopsien zurückhaltender sein, sagt der Mediziner, der an der klinischen Prüfung des Tests beteiligt war.

Stefan Müller, Direktor der urologischen Klinik am Universitätsklinikum Bonn, ist da allerdings anderer Meinung. Das Verfahren sei noch nicht ausreichend evaluiert. Bei ihm hätten sich schon mehrere Patienten vorgestellt, die nach dem Diapat-Test davon überzeugt waren, an Prostatakrebs zu leiden, berichtet Müller. Eine Gewebeentnahme habe dann gezeigt, dass es sich lediglich um eine Entzündung der Prostata handelte. Der Bonner Mediziner ärgert sich daher über die „vorschnelle Verkaufspolitik“ des Unternehmens und über die hohen Kosten, die die Patienten für den seiner Meinung nach unausgereiften Test bezahlen müssen. „Bis man den Test guten Gewissens anbieten kann, sind noch weitere Studien nötig“, sagt Müller.

Dies gilt seiner Meinung nach auch für den Test der kalifornischen Firma Gen-Probe, der Patienten in Deutschland ebenfalls schon zur Verfügung steht. Bei dem so genannten „Progensa“-Test wird mit molekularbiologischen Methoden die Anzahl der Kopien des PCA3-Gens im Urin ermittelt – ein Gen, das jüngsten Studien zufolge spezifisch bei Prostatakrebs aktiviert ist. Derzeit wird an mehreren Kliniken in einer europaweiten Studie geprüft, wie präzise der Test die Ergebnisse geplanter Biopsien vorhersagen kann. Erste Zwischenergebnisse stimmen den Hersteller zuversichtlich: Sie hätten bereits jetzt die Überlegenheit des – ebenfalls mehrere Hundert Euro teuren – Verfahrens gegenüber dem PSA-Test gezeigt.

Experten schätzen das weltweite Marktvolumen für neue Tests zur Früherkennung von Prostatakrebs auf viele hundert Millionen Euro. Doch ob sich die neuen Diagnosemethoden großflächig durchsetzen, ist offen. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) jedenfalls gibt sich zurückhaltend, was die neuen Urin-Tests angeht. „Der PCA3-Test kann unter Umständen eine sinnvolle diagnostische Ergänzung für Patienten mit erhöhtem PSA-Wert und einer negativen Biopsie sein“, sagt Manfred Wirth, Direktor der urologischen Klinik am Universitätsklinikum Dresden und zweiter Vizepräsident der DGU. Ein negatives Ergebnis des PCA3-Tests könne jedoch eine Krebserkrankung keineswegs ausschließen.

„Dann wird doch wieder eine Biopsie nötig“, sagt Wirth. Zu dem Diagnoseverfahren von Diapat fehlen dem Urologen bislang überzeugende Studien zur Validierung. „Solange solche Studien nicht vorliegen, stimmt das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht“, sagt der Urologe.

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Prostatakrebs: Das PSA- und Biopsie Dilemma!
« Antwort #1 am: 19. Juli 2007, 21:24 »
Hier werden zum Thema Prostatakrebs kurze Antworten von einem versierten Facharzt gegeben.

http://www.onmeda.de/foren/forum-prostatakrebs/1267239/1267239/read.html#msg-1267239

Hallo zusammen,

ich (55)habe vor ca. 2 Monaten einen PSA machen lassen.
Ergebnis 5,94 und fPSA 12%. Rektale Untersuchung und TRUS mit Farbdoppler ohne Befund. Prostatagröße 49ccm. Bin wegen des fPSA natürlich in Panik geraten und habe demzufolge gleich einen DiaPat-Testkit bestellt und eingeschickt -- mit einem positiven Ergebnis.
Da ich im Oktober 2006 eine hochakute Prostatitis hatte, habe ich Hoffnung, dass ich beim DiaPat zu den 41 % gehöre, bei denen das Ergebnis falsch positiv ist.

Eine erneute Blutuntersuchung am 10.7.2007, also
62 Tage nach der ersten PSA-Bestimmung ergab folgende Werte: PSA 5,81 und fPSA 12%.
Deshalb meine Frage,ob eine Biopsie notwendig ist.


Hallo,
zwei Faktoren sprechen für eine Biopsie. Zum einen ist der Gesamt-PSA mit 5,94 für Ihr Alter zu hoch. Auch die Kontrolle ergab einen zu hohen Wert. Falls Sie wegen der akuten Prostatitis eine noch bestehende Beeinflussung des PSA Wertes in Erwägung ziehen, könnte man nochmals mit einer Antibiotikagabe versuchen, diesen Einfluss zu überprüfen. Der zweite Grund ist das freie PSA von 12%, das sich auch in der Kontrolle bestätigte. Dies ist zumindest ein Hinweis (nicht beweisend) dass ein Prostatatumor vorliegen könnte.
Gibt es Werte im langfristigen Verluf, so dass man eine PSA-Anstiegsgeschwindigkeit berechnen könnte?
Da Sie durch die PSA Werte stark verunsichert sind, wäre eine Biopsie meines Erachtens schon angeraten.
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Prostatakrebsverdacht?PSA! Und sonst?
« Antwort #2 am: 18. März 2008, 20:03 »
PSA, Datenlage ist und bleibt diffus

PSA-Screening schon ab 45?

Welches die beste Methode zur Früherkennung von Prostatakrebs ist, darüber sollen Studien wie "Prostate, Lung, Colorectal and Ovarian Trial“, „European Randomised Screening for Prostate Cancer Trial“ und „Prostate Testing for Cancer and Treatment Study“ endgültig Auskunft geben. Bis dahin müssen Ärzte und ihre Patienten selbst eine Antwort auf die Frage nach der besten Screening-Strategie finden.

04.02.08 - Dazu gehört zuvorderst auch die Entscheidung darüber, den Serumspiegel des Prostata-spezifischen Antigens bestimmen zu lassen. In ihren Leitlinien zur Prostatakarzinom-Diagnostik empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Urologie die PSA-Messung, neben der digitalen rektalen Palpation, für Männer von 50 bis 75 Jahren. Die Gesetzliche Krankenversicherung kommt dafür nur auf, wenn ein eindeutiger Verdacht auf eine Krebserkrankung vorliegt.

Ein Forscherteam um den britischen Urologen Athene Lane von der University of Bristol hat nun untersucht, ob es nicht besser wäre, schon unter 50-jährige Männer einem PSA-Screening zu unterziehen (BMJ Online). An der Studie beteiligten sich acht Allgemeinpraxen in Sheffield. 1.299 Männer im Alter zwischen 45 und 49 Jahren wurden brieflich gebeten, ihren PSA-Wert messen zu lassen. 442 von ihnen willigten ein - das entspricht einer Teilnahmequote von 34 Prozent.

Bei 54 Probanden (12,2 Prozent) wurden erhöhte Werte gemessen, wobei die Schwelle in dieser Gruppe relativ junger Männer bei 1,5 ng/ml angesetzt war. 47 von ihnen wurden weiter untersucht, Biopsien eingeschlossen. Dabei zeigte sich, dass zehn der Männer an Krebs erkrankt waren. Das entsprach 2,3 Prozent aller und 21,3 Prozent der nach erhöhten PSA-Werten weiter untersuchten Teilnehmer. Jüngere Männer gehen seltener zum Screening

Krebserkrankungen der Vorsteherdrüse sind das häufigste Malignom von Männern; bei den Krebstodesursachen stehen sie laut Robert-Koch-Institut an dritter Stelle. Sprechen die Ergebnisse der Briten also für ein PSA-Screening ab 45? Ja und nein.

Zunächst fällt auf, dass die Teilnahmequote in der Altersgruppe unter 50 deutlich unter jener liegt, die in vergleichbaren Untersuchungen mit über 50-Jährigen erzielt wird. Dort erreicht die Testakzeptanz rund 50 Prozent. Und in den USA lassen sich sogar 60 Prozent der Männer über 50 jährlich Blut für den PSA-Test abnehmen.

Die Entdeckungsrate liegt hingegen in einem Bereich, der mit den Werten für ältere Patienten vergleichbar ist. Dort liegt die akzeptierte PSA-Grenze bei 4 ng/ml. Vergleichbar ist auch die Rate falsch positiver Ergebnisse - und hier stößt man zum Kern der Probleme vor, die sich an den PSA-Test knüpfen.

Ein Screening-Fenster von 45 bis 74 Jahren vorausgesetzt, wären mehr als 15 Millionen Männer in Deutschland testberechtigt. Bei geschätzten 15 Prozent von ihnen ist mit Werten oberhalb des Limits zu rechnen. Nimmt man nun an, dass wenigstens die Hälfte der Ergebnisse falsch positiv ist, kommt man auf eine Zahl von 1.125.000 Patienten, die sich unnötigerweise weiterer Diagnostik unterziehen müssten, etwa einer Stanzbiopsie. Die verläuft nicht ohne Komplikationen - und ist nicht selten mit Hämospermie (45,3 Prozent), Hämaturie (23,6 Prozent) oder Fieber (4,2 Prozent) verbunden. 0,4 Prozent der Betroffenen müssen sich in stationäre Behandlung begeben. Screening entdeckt Frühstadien

Diejenigen, die nach einer Krebsdiagnose unnötige Therapien erhalten, sind hier noch gar nicht mitgerechnet. Andererseits zeigt gerade die britische Studie, dass frühes Screening Prostatatumoren in den Anfangsstadien aufzudecken vermag.

Jedes einzelne der zehn entdeckten Karzinome war lokalisiert; bei älteren Männern trifft dies nur auf 76 Prozent zu. Doch die klinische Relevanz bleibt unklar. Immerhin wurde die Hälfte der Geschwülste als potenziell klinisch indolent eingestuft, eine Quote, die auch von anderen Untersuchungen her bekannt ist.

Fazit: Obwohl es das "Spezifische" im Namen führt, ist das PSA nicht krebsspezifisch genug: Viele Messungen fallen fälschlich positiv aus. Unter den Faktoren, die es vor einer Entscheidung für den Test abzuwägen gilt, sind die IGeL-Kosten von 30 bis 40 Euro vermutlich nicht als der gewichtigste anzusehen. rb
 

Dr. Strum will fühzeitige PSA-Tests...

Dr. Strum empfiehlt, schon mit 40 Jahren mit PSA-Tests zu beginnen, bei Fällen von Brust- oder Prostatakrebs in der Familie sogar bereits mit 35. Konkret schrieb er in einer eMail am 31.01.2008 an einen Betroffenen Folgendes (ich habe die wichtigsten Auszüge übersetzt; den englischen Originaltext findet Ihr ganz unten):

„Nochmals: Die Ausgangsdaten für PSA-Tests sollten im Alter von 40 Jahren erhoben werden, es sei denn, es gibt in der Familie Brust- oder Prostatakrebs. Wenn eins von beiden in der Familie vorgekommen ist, sollten die PSA-Tests im Alter von 35 beginnen. Vergesst den Unsinn, dass PSA-Werte bis 4,0 „normal“ seien. Das ist falsch. Entscheidend ist, wie sich der PSA-Wert im Zeitverlauf entwickelt.

Die Dynamik des PSA-Wertes - und nicht ein einmalig erhobener Wert – erzählt uns die biologische Story. Die Natur eines physiologischen PROZESSES kann nicht durch eine einzelne Messung bestimmt werden – es sei denn, der Wert ist offenkundig unnormal.

Wir Ärzte fügen Ihnen gewaltigen Schaden zu, wenn wir Ihnen raten, mit PSA-Tests zu warten, bis Sie das “magische” Alter von 50 erreicht haben.“

 
"One more time: PSA testing should start with baseline values obtained at age 40 unless there is a family history of PC or BC (breast cancer). If there is a family history of either start PSA testing at age 35. Forget the nonsense that PSA "normal" is up to 4.0. That is false. The key is what the PSA does over time. It is the same argument for all biological systems--from the cells & tissues up to individuals & societies. It is the walk, not the talk. It is the action not the intention.

It is the dynamics of PSA not an absolute one-time value that tells us the biologic story. The nature of a physiologic PROCESS cannot be told by one measurement unless it is blatantly abnormal. In David's case & in all the other young men out there who will follow in his diagnostic footsteps, we physicians do you a tremendous harm if we advise you to wait until you hit the "magic" age of 50 to start testing your PSA."



Hallo, der Gefahr, zu der Minderheit zu gehören, die einen bösartigen Tumor in sich trägt oder entwickelt, entgegnen die Menschen grundsätzlich mit zwei unterschiedlichen Handlungen. Die einen wollen nichts davon wissen, hoffen, nicht dazu zu gehören und nehmen es mit "lebenskünstlerischer" Gelassenheit hin, von einem Schicksalsschlag "Krebs" getroffen werden zu können, so wie sie Auto fahren oder ins Flugzeug steigen.
Die anderen erhoffen sich von einer etwaigen frühen Erkennung die Möglichkeit, durch eine Behandlung Heilung oder Lebensverlängerung zu erreichen.
Dazwischen gibt es nichts oder Halbherziges. Eine Tastuntersuchung etwa kann man sich auch sparen, einmal PSA messen und dann 5 Jahre nicht mehr ebenso.
Ich zählte mich eigentlich eher zur ersten Gruppe, ermutigt durch ein sorgenfreies, unbeschwertes und sehr gesundes Leben. Ein reiner Zufall bescherte mir eine PSA-Messung (Ich wusste nicht einmal, was das war) und das entsprechende Ergebnis. Den Rest kann man in meinem Profil nachlesen.
Seither tendiere ich eher dazu, zur Früherkennung zu raten. Was ist denn so schlimm daran, wenn man Männer ein paar Wochen einer gewissen Unsicherheit oder auch Ängsten aussetzt, die sich dann zu mehr als 90% als unbegründet herausstellen, wenn im Gegenzug schwere oder mittlere Fälle entdeckt und damit gerettet werden können?!
Ist man für Früherkennung, scheint mir der Tiroler Weg der konsequenteste und erfolgversprechendste. Doch leider sehe ich in D. keine Mittel in Sicht, da gibt es ja nicht einmal PSA-Test umsonst.
Keiner Krebsart kommt man so schnell auf die Spur wie dem PK, dank PSA. Das sollte man konsequent nutzen und entsprechend aufklären, was PSA-Erhöhung alles bedeuten kann, um zuviel Panik zu verhindern.

Dass hier wieder auf die Gefahr der Übertherapie als mögliche Folge hingewiesen wird, ist verständlich, sollte aber nicht vermengt werden. Früherkennung ist das eine, adäquater Umgang mit den Ergebnissen das andere. Die Früherkennung muss nicht logisch zum "RPE-Tsunami" führen. Sollte die RPE sich aber als die geeignetste und erfolgversprechendste Therapie für signifikante und potentiell bedrohliche PCa erweisen, wird sie hoffentlich auch in der Folge häufiger angewandt. Dieser Aspekt ist aber nicht Gegenstand dieses Threads.
Die Vision von messerwetzenden Urologen, die Männermassen zum PSA-Screening schicken, um ihnen dann durch überflüssige RPE die Lebensqualität zu rauben, motiviert durch eine Mischung aus Raffgier und Sadismus, kann ich nicht teilen und entspricht auch nicht meinen, zugegeben geringen, Erfahrungen. Aber vielleicht bin ich nur naiv und will die für andere offensichtlichen Komplotte nur nicht sehen?

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Carola-Elke

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DiaPat .....?
« Antwort #3 am: 23. März 2008, 00:17 »
Wer hat die Diagnostikmethode DiaPat schon durchführen lassen?
welche Kosten?
Bei welcher Krebsart?
Welches Ergebnis und wie waren die anschließenden "schulmedizinischen" Ergebnisse?


URL: http://www.wdr.de/tv/markt/sendungsbeitraege/2008/0303/
07_krebstest.jsp

Krebstests: Verunsichernde Diagnose

Es ist eine Diagnose, vor der viele Menschen Angst haben: Krebs. Bei Männern ist oft die Prostata betroffen. Früherkennungstests sollen helfen und dem Patienten Sicherheit geben. Doch manchmal tun sie genau das Gegenteil.

Für Klaus Wierig war der Befund ein Schock: Prostatakrebs! Rund 50.000 Männer in Deutschland erhalten pro Jahr diese schlechte Nachricht. Bei ihm begann alles mit einem Routine-Gesundheitscheck bei seiner Ärztin. Dort gab es erste Alarmzeichen dafür, dass mit seiner Prostata etwas nicht stimmte: Der sogenannte PSA-Wert im Blut war erhöht. Um sicher zu gehen, empfahl die Medizinerin einen neuen Urintest der Firma DiaPat aus Hannover. „Die Ärztin sagte, damit ließe sich eine unangenehme Gewebeentnahme vermeiden“, erinnert sich Klaus Wierig. In der Tat funktioniert der Test ganz einfach: Der 59-Jährige nahm ein Testpaket mit nach Hause und schickte den Probenbecher mit der Urinprobe tiefgekühlt zum DiaPat-Testlabor.

Verunsicherung für 450 Euro

Im Labor in Hannover untersucht die DiaPat GmbH den Urin auf Eiweiße. „Das Verfahren liefert in neun von zehn Fällen die richtige Analyse“, behauptet DiaPat auf seiner Homepage. Solche Sicherheit kostet: Fast 450 Euro musste Klaus Wierig zahlen – aus eigener Tasche, denn gesetzliche und selbst private Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht. Als der 59-Jährige seinen Krebsbefund bekam, war er entsetzt: „Das war für mich erst mal ein enormer Schock. Mir wurde heiß und kalt gleichzeitig. Das hat mich in der folgenden Zeit sehr bedrückt.“

Vielleicht sollte es eine Beruhigung sein: Ein Krebsbefund durch den DiaPat-Test könne auch schon mal falsch sein, erfuhr Klaus Wierig von seiner Ärztin – NACH dem Test! Der Patient war verunsichert. Um eine Gewebeentnahme kam Klaus Wierig daher nicht herum. Für die Biopsie ging er in die Bonner Uniklinik und bekam dort schließlich Entwarnung: Es fanden sich keine Anzeichen für Prostatakrebs! „Da purzeln Steine vom Herzen“, erinnert sich Klaus Wierig. Die Untersuchung selbst fand er nicht schlimm: „Ich kann nur jedem empfehlen, sich nicht davor zu drücken.“

Kein Einzelfall

Professor Müller von der Universität Bonn weiß von zwei weiteren Fällen, bei denen sich die DiaPat-Ergebnisse nicht mit anderen Methoden bestätigen ließen. Für ihn nutzt die Firma „den guten Glauben und die Angst der Patienten“ schlicht aus.

Kritik übt auch die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU ). Die DiaPat-Methode sei zwar innovativ, aber die „Datenlage (…) zu gering, um diesen Test zu empfehlen“, sagt DGU-Vorstand Prof. Gerhard Jakse.

DiaPat sieht das natürlich anders. Der Test sei bereits an vielen Männern in Studien überprüft worden, sagt Unternehmensgründer Prof. Harald Mischak: „Die Datengrundlage ist alles andere als dünn.“

Bei Klaus Wierig gibt es ein Jahr nach dem Schock keine Hinweise auf Prostatakrebs. Zum DiaPat-Urinbecher würde er nicht mehr greifen. „Die Ungewissheit, die dadurch hervorgerufen wird – das möchte ich nicht noch einmal erleben“, sagt er.

03.03.2008