Autor Thema: Nierenerkrankungen (Nierenkrebs) vermeiden/vorbeugen  (Gelesen 6867 mal)

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Dietmar E.

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Chronische Entzündungen werden oft zu Krebs.

Heute hörte man eine gute Sendung über unsere Nieren im ORF-Ö1.

Unter anderem:


Nierenerkankungen

Nierenerkrankungen sind in Österreich erschreckend häufig und sie nehmen ständig zu. Menschen mit einem chronischen Nierenversagen können nur durch eine Transplantation oder durch die regelmäßige Blutwäsche, also die Dialyse, gerettet werden. Etwa 3.700 Patienten sind derzeit in Österreich dialysepflichtig, zirka 3.500 leben mit einer Spenderniere.


Hilft viel Trinken?
Die Österreichische Gesellschaft für Nephrologie geht davon aus, dass wahrscheinlich weitere 350.000 Österreicherinnen und Österreicher eine schwere chronische Nierenerkrankung haben und nichts davon wissen. Denn diese Krankheiten verlaufen über viele Jahre hinweg schleichend und verursachen in der Regel weder Schmerzen noch andere deutliche Beschwerden.

Nierenschäden bei Diagnose meist beträchtlich
Etwa 30 Prozent jener Patienten, die erstmals einen Nierenspezialisten konsultieren, sind bereits so krank, dass sie dialysepflichtig werden. Diese Tatsache ist aus einem weiteren Grund gefährlich. Eine Störung der Nierenfunktion ist häufig ein Signal dafür, dass auch weitere Teile des Blutgefäßsystems bereits geschädigt sind. Dabei könnten - bei rechtzeitiger Behandlung der Grunderkrankung - das Nierenversagen und die Folgen Dialyse und Transplantation in vielen Fällen verhindert werden.

Früherkennung wäre einfach
Eine effektive Vorsorge ist denkbar einfach. Regelmäßige Kontrollen der entsprechenden Blutwerte und einfache Harnuntersuchungen geben genauen Aufschluss über den Zustand der Nieren. Wenn Sie also das nächste Mal Ihren Arzt aufsuchen, sprechen Sie mit ihm über Ihr persönliches Risiko.

Ursachen für das Nierenversagen
Eine irreversible Schädigung des Nierengewebes wird als chronische Niereninsuffizienz bezeichnet. Die Folge ist die so genannte Urämie, also die Ansammlung von nicht ausgeschiedenen Substanzen im Blut. Ohne Gegenmaßnahmen führt dies in relativ kurzer Zeit zum Tod.

Ursachen für eine schwere Schädigung der Niere gibt es leider sehr viele. An erster Stelle stehen die Zivilisationskrankheiten Diabetes und Bluthochdruck. Arteriosklerose, chronische oder bakterielle Entzündungen, Medikamentenmissbrauch oder angeborene Nierenerkrankungen sind weitere Ursachen.

Besonders Diabetiker und Bluthochdruckpatienten sollten also regelmäßig ihre Nierenfunktion überprüfen lassen. Diese beiden Gruppen haben ein hohes Risiko in eine Niereninsuffizienz zu rutschen.

Transplantation nicht immer möglich
Die Zahl der Dialysepflichtigen nimmt in Österreich ständig zu. Im Vergleich dazu sinkt leider aber auch die Transplantationsrate. Viele der Betroffenen sind bereits über 80 und befinden sich in einem schlechten Allgemeinzustand. In solchen Fällen ist die Transplantation einer Spenderniere nicht immer möglich.

Die Dialyse
Derzeit sind es fast 4.000 Menschen in Österreich, die regelmäßig eine Dialyse benötigen, um überleben zu können. Für die Betroffenen stehen mehrere Möglichkeiten der Blutwäsche zur Verfügung.

Die bekannte Hämodialyse muss drei Mal wöchentlich durchgeführt werden; Dauer vier bis sechs Stunden. Dabei wird das Blut wird über ein Membransystem geleitet. Auf der anderen Seite dieser Membranen fließt genau dosiert, das Dialysat, eine Spüllösung, die aus reinem Wasser und Salzen besteht. Über die Membranen gelangen die aus dem Blut auszuscheidenden Substanzen in die Salzlösung und werden entfernt. Der zeitliche Aufwand für die der Hämodialyse ist beträchtlich - dies beeinträchtigt die Lebensqualität vieler Patienten.

Die Peritoneal-Dialyse
In Skandinavien und Holland werden etwa 20 Prozent der Betroffenen mittels Peritoneal-Dialyse behandelt. Österreichweit sind es unter zehn Prozent. Dabei würde die Peritoneal-Dialyse für die in Frage kommenden Personen viele Vorteile bieten. Hier findet die Dialyse im Bauchraum der betroffenen Person statt. Das Dialysat wird über einen Katheter in die Bauchhöhle eingebracht - der Austausch der harnpflichtigen Substanzen erfolgt über das Bauchfell. Man unterscheidet zwei Formen: Bei der kontinuierlichen Peritonealdialyse, wechseln die Patienten selbst zu Hause vier bis fünf Mal pro Tag das Dialysat. Bei der nächtlichen Peritonealdialyse wird der Dialysat-Austausch während der Nacht automatisch vorgenommen. Die Patienten sind damit tagsüber mobiler und weniger beeinträchtigt.

Diskutieren Sie mit!
Wenn Sie Fragen haben oder von Ihren eigenen Erfahrungen berichten möchten, dann rufen Sie während der Sendung unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 22 6979 an, oder posten Sie hier.

    * Kennen Sie ihren Blutdruck, ihren Blutzuckerspiegel und ihre Nierenparameter?
    * Würden Sie einem Freund oder Verwandten eine Niere spenden?
    * Leiden Sie häufig an Nierenbeckenentzündungen?
    * Sind Sie dialysepflichtig? Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit.

Nach der Sendung, bis zirka 15:00 Uhr, beantworten die Sendungsgäste Univ.-Prof. Dr. Claudia Klauser-Braun, Univ.-Prof. Dr. Gert Mayer und OA Dr. Walter Kotzmann Ihre Postings.
Text: Christoph Leprich
Mehr dazu in der Online-Infomappe


sirrunrunshaw am 30.07.2007, 14:13
unterbeanspruchung?
um mich dem vorposter anzuschließen: Schadet das berühmte zu-wenig-Trinken tatsächlich? Und was sind die empfohlenen Mengen im Winter bzw. jetzt im Sommer?
reaktion
klauserbraun am 30.07.2007, 14:55
Trinkmengen
Ja, zu wenig trinken schadet, insbesonders bei älteren Patienten, die schon eine etwas reduzierte Nierenmasse, sowie ein vermindertes Durstgefühl haben. Empfehlenswert wären ca. 2 Liter pro Tag. Im Sommer kann auch entsprechend mehr Flüssigkeit notwendig sein.
cmyk am 30.07.2007, 13:43
überbeanspruchung
kann eine übermaß an wasseraufnahme, etwa nach dem sport, die nieren überbeanspruchen?
reaktion
klauserbraun am 30.07.2007, 14:52
Überbeanspruchung
Da dies erst bei mehr als 14 Liter täglich zu erwarten wäre, ist eine Überbeanspruchung durch Wasser kaum zu erwarten.
simon1977 am 30.07.2007, 13:04
Nierenparameter bei unepuyisorsorgeuntersuchung?!
Ich gehe alle zwei Jahre bei meinem Hausarzt zur Vorsorgeuntersuchung. Werden die "Nierenparameter" dabei ermittelt oder muss man diese im speziellen anfordern?
reaktion
klauserbraun am 30.07.2007, 14:59
Vorsorgeuntersuchung
Sicherheitshalber fordern Sie einen Harnbefund mit Erfassung von Eiweiß, roten und weißen Blutkörperchen und Zucker sowie eine Blutbestimmung von Kreatinin, Harnstoff und ev. eGFR an.
antonegon am 29.07.2007, 22:11
"Marker" die Nierenerkrankungen aufzeigen?
Mit welchen "Markern" bzw. Parametern einer Laboruntersuchung ist eine Nierenerkrankung "auszuschließen"? Danke!
reaktion
klauserbraun am 30.07.2007, 14:49
Parameter
Primär ist der Harnbefund (Eiweiß, rote Blutkörperchen, Bakterien, etc.) wichtig, weiters Parameter im Blut (Kreatinin, Harnstoff) sowie weiterführend auch eine Erfassung der Ausscheidungsfunktion (Clearence) durch Sammelharnmessung bzw. elektronisch geschätzte Clearence (eGFR), wodurch frühzeitig Nierenfunktionseinschränkung erkannt werden kann.
« Letzte Änderung: 10. September 2010, 17:08 von admin »
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Geri

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Nierenerkrankungen: Angehörige wünschen mehr Infos zu Dialyse
« Antwort #1 am: 20. November 2008, 01:11 »
19/11/08,12:00, Aerzte_Zeitung

Angehörige wünschen mehr Infos zu Dialyse

STUTTGART (eb). 70 Prozent der Angehörigen von Patienten mit Nierenerkrankungen
wünschen sich mehr Infos zum Krankheitsbild. Das belegen die Ergebnisse
einer Facharbeit von Marina Kaufmann aus Garmisch-Partenkirchen. Dafür haben
ihr die Arbeitsgemeinschaft http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_Medizin_Detail?articleItemId=261d33f09d2634603faa25fe2fc21290

admin

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Implantierbare Kunstniere soll Dialyse ersetzen
« Antwort #2 am: 10. September 2010, 17:06 »
 10.09.2010
   
Infos für Ärzte   
   
   Implantierbare Kunstniere soll Dialyse ersetzen

Forscher der University of California in San Francisco (UCSF) haben kürzlich den weltweit ersten Prototypen einer künstlichen Niere vorgestellt. "Das könnte die Bürde lindern, mit der Millionen Menschen mit Niereninsuffizienz leben müssen und gleichzeitig einen der größten Kostenfaktoren im US-Gesundheitssystem reduzieren", sagt Projektleiter Shuvo Roy vom Department of Bioengineering and Therapeutic Sciences der UCSF.

...................... http://www.journalmed.de/newsview.php?id=31273

Gitti

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Nierenkrebs: Die Diagnose kommt oft überraschend
« Antwort #3 am: 09. März 2012, 01:15 »
Welt-Nieren-Tag
Nierenkrebs: Die Diagnose kommt oft überraschend
Ursula Schersch, 08. März 2012 06:15

    Artikelbild
    Foto: istockphoto.com/ericsphotography

    Schmerzen verursacht Nierenkrebs in den Anfangsstadien nur selten, daher erfolgt die Diagnose oft zufällig.

Ein Drittel der Patienten hat bei der Diagnose Nierenkrebs bereits Metastasen - Wiener Expertin fordert deshalb die Aufnahme des Nierenultraschalls in die Gesundenuntersuchung

Helga Mramor ist 70 Jahre alt. Vor knapp zehn Jahren hatte sie mit zwei aufeinanderfolgenden Lungenembolien zu kämpfen, die scheinbar aus dem Nichts kamen. Auf der Suche nach der Ursache fanden Mediziner ein Nierenkarzinom. Schmerzen oder andere Beschwerden hatte Mramor in Bezug auf den Tumor selbst keine, und das, obwohl dieser bereits einige Zentimeter groß war.

Seltener Krebs

Die Nieren sind dafür zuständig, das Blut von Abfallstoffen zu reinigen und den Salz- und Wasserhaushalt des Körpers über die Harnausscheidung zu regulieren. Nierenkrebs kommt gegenüber anderen Krebsarten selten vor, Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Von den jährlich 38.000 Krebsneuerkrankungen sind rund 1.200 dem Nierenkrebs zuzurechnen, also 3,3 Prozent aller bösartigen Tumore. Je nachdem, welches Gewebe vom Tumor betroffen ist, werden beim Nierenkrebs verschiedene Formen unterschieden. Mit rund 90 Prozent aller Krebs-Diagnosen ist das Nierenzellkarzinom, das von den Zellen des Tubulusepithels ausgeht, die häufigste Form.

Die Entstehungsursachen sind - wie auch bei anderen Krebsarten - nicht eindeutig geklärt. Ein im Laufe des Lebens erworbener Gendefekt begünstigt die Entstehung dieses Tumors. Wodurch dieser Gendefekt wiederum ausgelöst wird, ist nicht bekannt. Zu den Risikofaktoren für eine Erkrankung zählen Rauchen und Übergewicht.

Viele Zufallsbefunde

Im Frühstadium ist der Tumor auf die Niere beschränkt, kann aber, wenn er wächst, die Bindegewebshülle der Niere durchbrechen und nahe gelegenes Gewebe, benachbarte Organe sowie die Lymphknoten befallen. Über die Blutbahnen und Lymphgefäße können die Krebszellen auch in entferntere Organe gelangen und Tochtergeschwülste, also Metastasen, bilden. Diese entstehen beim Nierenzellkarzinom am häufigsten in der Lunge, in den Knochen und Lymphknoten, seltener im Gehirn und in der Leber. "Je aggressiver ein Tumor ist, desto früher wird er metastasieren", sagt Manuela Schmidinger, Leiterin der Spezialambulanz für Nierenkrebs am Wiener AKH.

Schmerzen verursacht Nierenkrebs in den Anfangsstadien nur selten, daher geschieht die Diagnose oft zufällig - etwa im Rahmen einer erweiterten Gesundenuntersuchung, bei der ein Nierenultraschall gemacht wurde, oder wie in Helga Mramors Fall aufgrund anderer Beschwerden. "Wenn Gewebe entartet und ein Tumor entsteht, ist das in der Regel oft sehr lange für den Patienten nicht wahrnehmbar. In der Nierenloge (Bereich, in den die Niere eingebettet ist, Anm.) ist anatomisch gesehen nicht so wenig Platz, wodurch die Patienten die Entstehung eines Tumors nicht spüren", erklärt Schmidinger. Daher kommt die Diagnose für Patienten oft überraschend. Helga Mramor wurde die Nachricht damals zwischen Tür und Angel und im Beisein anderer Personen überbracht. "Was mir ein großes Anliegen wäre: eine einfühlende Mitteilung der Diagnose Krebs. Denn auch wenn man äußerlich robust und gelassen wirkt, bricht in diesem Moment innerlich eine Welt zusammen", so Mramor.

Vorsorgeuntersuchung inklusive Nierenultraschall

Die klassische Trias - Blut im Harn, Flankenschmerzen und tastbarer Tumor - findet sich nur selten. In den meisten Fällen ist es Blut im Harn, das die Patienten beunruhigt und zum Hausarzt führt. Dieser überweist die Patienten an die Urologie, wo eine Durchuntersuchung inklusive Nierenultraschall erfolgt. "Obwohl der Krebs in den vergangenen Jahren bei vielen Patienten bereits in einem früheren Stadium entdeckt wurde, ist das Karzinom bei einem Drittel zum Zeitpunkt der Diagnose bereits so weit fortgeschritten, dass sich Metastasen gebildet haben", sagt Schmidinger. Die Medizinerin plädiert für die Aufnahme des Nierenultraschalls in die Gesundenuntersuchung: "Es ist keine teure Untersuchung und es ist eine für den Patienten unschädliche Untersuchung. Ein Nierentumor kann mittels Ultraschall relativ gut entdeckt werden, und wenn man ihn im Frühstadium diagnostiziert, ist der Patient mit einer Operation geheilt." Ein Anliegen, für das sich auch Helga Mramor mit der von ihr gegründeten Selbsthilfegruppe Nierenkrebs* starkgemacht hat.

Mramors Tumor - ein klarzelliges Nierenzellkarzinom - war zum Zeitpunkt der Diagnose noch nicht metastasiert. Ein gutes Zeichen. Mit einer Operation sollte ihr Tumor entfernt werden, die Niere erhalten bleiben und die Patientin geheilt sein. Doch es kam anders als geplant. Während der Operation wurde ein zweiter Tumor entdeckt, der einen organerhaltenden Eingriff unmöglich machte, die rechte Niere wurde vollständig entfernt. Nach der Operation wurde ihr gesagt, sie habe gute Chancen, die nächsten fünf Jahre zu überleben.

Operation als Therapie der Wahl

Wird bei der Untersuchung ein Tumor lokalisiert und sind keine Metastasen vorhanden, ist die Operation des Nierentumors die Therapie der Wahl. Das Tumorgewebe soll mit dem chirurgischen Eingriff vollständig entfernt und die Krankheit geheilt werden. Je nach Größe muss entweder nur der Tumor entfernt werden, und die Restniere wird belassen (partielle Nephrektomie), oder bei einem größeren Tumor die gesamte Niere entfernt werden. Normalerweise ist nur eine der zwei Nieren befallen, das heißt, die gesunde Niere übernimmt nach der Entfernung der kranken deren Arbeit. Eine organerhaltende Operation ist zwingend notwendig, wenn der Patient nur noch eine Niere besitzt oder die zweite Niere funktionell eingeschränkt ist.

Liegen bereits Metastasen vor, wird zunächst der Tumor chirurgisch entfernt, sofern dieser noch vorhanden ist, und in einem nächsten Schritt die Metastasen medikamentös behandelt. "Eine Bestrahlung wird nur zur Schmerzbehandlung bei Knochenmetastasen angewandt oder wenn Metastasen im Gehirn vorliegen. Aber prinzipiell ist der Tumor in der konventionellen Strahlendosis nicht sehr strahlensensibel", erklärt Schmidinger. Anders verhält es sich mit der sogenannten stereotaktischen Bestrahlung, diese kann mitunter sehr gute Langzeiterfolge liefern.

Weil das Nierenkarzinom selten vorkommt, sei es umso wichtiger, dass die Patienten von Spezialisten auf diesem Gebiet behandelt werden. "Wer sich dauernd mit der Biologie dieses Tumors auseinandersetzt, hat ein ganz anderes Gefühl für die Therapierbarkeit - was man mit welcher Therapie erreichen kann", so die Onkologin.

Prognosen und Lebenserwartung

Die Heilungschancen für an Nierenkrebs erkrankte Menschen hängen stark vom Stadium ab, in dem der Tumor entdeckt wird sowie vom allgemeinen Gesundheitszustand. Solange der Tumor noch auf die Niere begrenzt ist, liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei rund 70 Prozent. Bei sehr kleinen Karzinomen sind die Heilungschancen noch höher.

Die mediane Lebenserwartung ab dem Zeitpunkt der Metastasierung liegt bei 26,4 Monaten, damit ist jene Zeit gemeint, innerhalb der die Hälfte der Patienten nach Diagnosestellung noch leben. In Österreich ist diese aber deutlich höher: "Unsere Patienten leben median 35 Monate. Viele Patienten leben aber viele Jahre mit dem Tumor", sagt die Krebsspezialistin. Einerseits, weil die Therapiebreite groß ist, andererseits, weil die Behandlung von den Krankenkassen übernommen wird. Ein Ländervergleich zeige, dass Österreich in Sachen Nierenkrebstherapie sehr gut positioniert sei: "In Großbritannien beispielsweise kann man für die Therapie nur auf zwei Substanzen zurückgreifen. Bei uns sind es sicherlich an die sieben, die wir den Patienten immer wiederkehrend verabreichen können - das schlägt sich unmittelbar auf die Überlebenszeit nieder."

Ein Rückfall nach einer Therapie kann beim Nierenkrebs im Vergleich zu anderen Krebsarten relativ lange stattfinden. Dieses Rezidiv kann an der ursprünglichen Stelle des Krebses, aber auch an einer ganz anderen Stelle des Körpers sein. Beim Nierenzellkarzinom kann es mitunter auch noch viele Jahre nach der Operation zum Auftreten von Metastasen kommen.

Helga Mramors Operation liegt nun bald acht Jahre zurück. Seither ist der Krebs nicht zurückgekommen - eine Angst, die Betroffene begleitet. Seelisch ist die Situation für Krebspatienten sehr belastend, Hochs und Tiefs wechseln einander ab. "Viele, die mich sehen, sagen: 'Du schaust eh gut aus.' Und alleine dieser Satz macht mich wütend. Denn es ist ja ganz logisch, dass man sich zusammenreißt - wenn man mit jemand anderem zu tun hat, man will ja niemandem Angst machen. Ich trage ja kein Schild auf der Stirn, auf dem geschrieben steht: 'Mir geht's heute schlecht, ich habe Krebs.'" (Ursula Schersch, derStandard.at, 8.3.2012)

* Die von Helga Mramor im Jahr 2005 gegründete Selbsthilfegruppe Nierenkrebs wurde aus gesundheitlichen Gründen Ende 2011 eingestellt. Informationen bieten Das Lebenshaus (Selbsthilfegruppe Nierenkrebs in Deutschland) und die Österreichische Krebshilfe.

Informationen zum Weltnierentag am 8. März

Informations-Veranstaltung der MedUni Graz

www.weltnierentag.de

www.worldkidneyday.org


http://derstandard.at/1330390626681/Welt-Nieren-Tag-Nierenkrebs-Die-Diagnose-kommt-oft-ueberraschend