Autor Thema: Krebs und Beruf – Wie lässt sich das vereinen?  (Gelesen 18164 mal)

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admin

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Krebs und Beruf – Wie lässt sich das vereinen?
« am: 08. September 2007, 01:02 »

Infos aus, für Deutschland, aber auch für uns interessant!



Beruf trotz Krebs


20.6.07 - Die Diagnose Krebs verändert das gesamte Leben der Betroffenen. Bisherige Lebensweisen werden auf einmal kritisch hinterfragt, neue Lebensziele drängen sich auf. Hierbei spielt auch der Beruf eine wichtige Rolle. Soll und kann es so weitergehen wie bisher? Oder ist eine Neuorientierung angebracht? Wie wird mein Arbeitgeber auf meine Krankheit reagieren? Werde ich meinen Arbeitsplatz verlieren? Finanzielle Ängste verunsichern die Betroffenen häufig zusätzlich zu ihrer gesundheitlichen Verfassung und werfen viele Fragen auf.


Kündigung und Krankengeld

Die Angst den Arbeitsplatz zu verlieren ist einer der ersten Punkte, die einem Krebspatienten beim Thema Beruf Sorgen bereiten. Leider bietet eine Krankheit keinen Schutz vor einer Entlassung. Denn solange sich der Arbeitgeber bei der Kündigung an die gesetzlichen Vorschriften hält, kann der Betroffene nichts gegen die Entlassung unternehmen, es sei denn, er besitzt bereits einen Schwerbehindertenausweis. In diesem Fall ist bei mindestens sechsmonatiger Beschäftigung die Zustimmung des Integrationsamtes nötig, um eine Kündigung einleiten zu können.

Auch wenn der Betroffene das Glück hat und ihm eine Kündigung erspart bleibt, muss er sich spätestens nach eineinhalb Jahren Gedanken machen, wie es mit der beruflichen Laufbahn weitergehen soll. Denn nach dieser Frist erlischt der Anspruch auf Krankengeld. Dann bleiben dem Krebspatienten drei Möglichkeiten: Entweder geht er wieder einer Beschäftigung nach (nach dem Hamburger Modell oder in Teil- oder Vollzeit), oder er bezieht Arbeitslosengeld bzw. Rente, wenn eine Erwerbsunfähigkeit festgestellt wurde.


Rehabilitation

Bevor der Krebskranke jedoch wieder in die Arbeitswelt zurückkehrt, sollte er zunächst an einer beruflichen Rehabilitationsmaßnahme teilnehmen, deren Ziel es ist, die berufliche Leistungsfähigkeit wiederherzustellen. Gemeinsam mit dem Rehabilitationsberater und dem Arbeitsamt bzw. der Rentenversicherung können Maßnahmen für einen freiwilligen oder notwendigen Berufswechsel (je nach Gesundheitszustand kann eine Umschulung nötig werden, besonders wenn die bisherige Tätigkeit hauptsächlich körperlicher Natur war) oder eine Fortbildung eingeleitet werden. Außerdem können in der beruflichen Rehabilitation schwierige Arbeitsabläufe geübt und die Belastbarkeit der Betroffenen bzw. die Eignung für das Ausführen gewisser Tätigkeiten getestet werden. Ist die Prognose der Ärzte und Rehabilitationsbetreuer für einen erfolgversprechenden Wiedereinstieg in das Berufsleben günstig, bietet sich für die Wiedereingliederung nach langer Arbeitsunfähigkeit besonders das Hamburger Modell an.


Das Hamburger Modell

Das Hamburger Modell bietet Langzeitkranken die Möglichkeit einer stufenweisen Wiedereingliederung in das Arbeitsleben. Dafür erstellen Patient und Arzt einen Eingliederungsplan, der eine Steigerung von zunächst nur wenigen Arbeitsstunden pro Tag auf eine Voll- oder Teilzeitbeschäftigung vorsieht. Akzeptieren Arbeitgeber und Krankenkasse diesen Plan, kann die Wiedereingliederung, die je nach Absprache über einige Wochen oder auch mehrere Monate verlaufen kann, beginnen. Für seine Tätigkeit erhält der Arbeitnehmer entweder weiterhin Krankengeld oder er bezieht ein Übergangsgeld (je nachdem welche Trägerschaft zuständig ist: Krankenkasse oder Deutsche Rentenversicherung). Lässt die gesundheitliche Verfassung des Krebspatienten die Fortführung des Programms nicht zu, kann die Maßnahme jederzeit abgebrochen werden.


Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigung

Ob ein Krebspatient nach der Rehabilitation (und evtl. nach Nutzung des Hamburger Modells) zu einer Teil- oder Vollzeitbeschäftigung übergehen kann, hängt sowohl von der gesundheitlichen Verfassung als auch vom Willen des Betroffenen ab. Denn nachdem sie eine zweite Chance in ihrem Leben erhalten haben, sehnen sich viele Krebspatienten nach mehr Zeit für sich. Oft wollen sie sich nicht mehr vom Arbeitsalltag dominieren lassen. In diesem Fall wäre dann eine Teilzeitbeschäftigung oder eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit angebracht. Gesetzlich spricht kaum etwas gegen eine Teilzeitbeschäftigung, da nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz jeder Arbeitnehmer das Recht auf eine Verringerung der vertraglich festgesetzten Arbeitszeit hat, soweit er seit mindestens sechs Monaten bei der Firma beschäftigt ist und keine betrieblichen Gründe dagegensprechen. Findet der Krebskranke keine neue Arbeitstelle ist für ihn das Arbeitsamt zuständig.


Rente

Konnte die Berufs- und Erwerbsfähigkeit durch die Rehabilitation nicht wiedergewonnen werden und wurde die Berufsunfähigkeit amtlich testiert, kann der Krebspatient einen Rentenantrag stellen. Als berufsunfähig gilt, wer körperlich und geistig weniger als die Hälfte der Leistung bringen kann, die ein Gesunder mit entsprechenden Fähigkeiten und entsprechender Ausbildung zu leisten im Stande ist. Bei der Art der Rente wird dann unterschieden, ob der Betroffene dauerhaft nicht mehr arbeiten bzw. nicht mehr soviel arbeiten kann, dass er annähernd für seinen Lebensunterhalt aufkommen kann oder ob absehbar ist, dass er nach maximal drei Jahren wieder einer Berufstätigkeit nachgehen kann. In letzterem Fall bekommt der Betroffene lediglich eine Zeitrente. Die Beträge die der Betroffene von der Rentenkasse bezieht, hängen in beiden Fällen vom Alter des Krebspatienten ab und davon wieviel er bereits in die Rentenkasse eingezahlt hat.

Melanie Scheitza
aus Leben? Leben!

Siegfried

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KREBS und BERUF – Wie lässt sich das vereinen?
« Antwort #1 am: 08. September 2007, 23:46 »
Ein interessanter Beitrag der zu denken gibt, aber mir fehlt eine Gruppe von Krebskranken zu der ich auch gehören würde und zu der viele der Forumnutzer gehören.
Die Gruppe derer die trotz Krebs arbeiten. Aus den verschiedensten Gründen ob es Angst um den Arbeitsplatz ist oder weil sie lieber durch die Arbeit abgelenkt sind und nicht die ganze Zeit herumsitzen und grübeln, finanzielle Einbußen, die selbstständigen Unternehmer nicht zu vergessen die keine andre Wahl haben.
Viele verschiedene sehr persönliche Gründe und Krankengeschichten, die alle eines gemeinsam haben, die Hindernisse die ihnen von ihren Mitmenschen  in den Weg geräumt werden.
Sei es dass man Kranke nicht gerne sieht weil sie an die eigene Verwundbarkeit erinnern, weil es Menschen nicht gelernt haben mit Krankheiten und ihren Auswirkungen umzugehen oder weil es als Strebertum ausgelegt wird. Dies und vieles mehr wird zum Anlass von Mobbing, Ausgrenzung und offenen Anfeindungen. 
Keine leichte Art mit der Krankheit und dem Lebensraum Arbeit umzugehen aber für Viele die einzig gangbare.
« Letzte Änderung: 10. September 2007, 16:03 von admin »

Erika

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Krebs und Beruf – Wie lässt sich das vereinen?
« Antwort #2 am: 11. September 2007, 11:14 »
Auch ich gehörte zur Gruppe der Kranken, die arbeiten gehen mußten, sogar während der Strahlentherapie. Warum? Alleinstehend, weiblich, über 40, krank. Nachdem ich damals noch darauf angewiesen war, meinen Arbeitsplatz zu halten (einen neuen zu bekommen nach der Therapie wäre äußerst unrealistisch gewesen), mußte ich einfach durchhalten. Also ging ich bis 15 Uhr in die Praxis, hab mich dann zur Therapie bringen lassen, hab die Abende und Wochenenden aber nur mit Schlafen verbracht, weil ich zu nichts Anderem mehr fähig war. 3 Jahre hab ich das durchgehalten, bin aber jetzt in BU-Pension und sehr glücklich darüber. Die finanziellen  Einbußen werden durch die neue Lebensqualität und die jetzt stabile Gesundheit mehr als aufgewogen.
« Letzte Änderung: 25. März 2008, 11:34 von Erika »
Mein Lebensmotto: Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Jutta

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Krebs und Beruf – Wie lässt sich das vereinen?
« Antwort #3 am: 11. September 2007, 12:03 »

Hallo Erika,

mit Spannung las ich deine jetzigen 2 Beiträge. Ich konnte den Schluss schon gar nicht mehr erwarten.
Umso mehr freut mich:
"..... neue Lebensqualität und die jetzt stabile Gesundheit ......."!

Super,
dazu gratuliere ich dir!
Und,
dadurch ist die Nachsorge besser zu bewältigen - aber nicht schlampig werden.

Alles Gute!
Jutta

christina62

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Krebs und Beruf – Wie lässt sich das vereinen?
« Antwort #4 am: 11. September 2007, 15:42 »
Meistens hat man gar keine andere Wahl!

Ohne Geld,wie soll das gehen,auch wenn man einen Partner hat,ist es schwer mit einem Einkommen durchzukommen.

Man wird ja regelrecht gezwungen, auch in der Therapie , (so wie Erika und ich,die während der Strahlentherapie arbeiten gingen) arbeiten zu gehen. Warten ja schon Hunderte auf deinen Arbeitsplatz.

Mein Bekanntenkreis meint immer, zuerst die Gesundheit. Also ich soll auf mich schauen, Arbeit ist nicht so wichtig. Aber Hallo - wir haben ein Haus, 2 Autos wegen der Arbeit....!

Die, die nicht betroffen davon sind,wissen gar nicht,wie schwer wir es haben. Ich habe auch schlechte Tage,wenn mir die Füsse so weh tun,dass ich mir denke," mann warum kann ich nicht zu Hause bleiben."

Andererseits,solange ich noch arbeiten kann,weiß ich,dass es mir doch noch nicht gesundheitlich  so schlecht geht.


Und das baut mich dann auch wieder auf!!!!!!!!!!! ;D

lg christina
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Siegfried

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Re: Krebs und Beruf – Wie lässt sich das vereinen?
« Antwort #5 am: 11. September 2007, 16:53 »
Liebe Christina
Wie stark wir sind wissen wir erst in Zeiten in denen uns nichts anderes überbleibt.
Du hast recht die Menschen reden viel Unsinn wenn sie nicht selbst betroffen sind, aber das du bei aller Erschwernis ein Erfolgserlebnis hast finde ich wunderbar.
Leider gibt es meines Wissens für Menschen die in dieser Situation Arbeiten
( gezwungen oder freiwillig) keine Beratung. Sollte jemand etwas über eine Beratung wissen bitte melden.
Liebe Grüße Siegfried

christina62

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Krebs und Beruf – Wie lässt sich das vereinen?
« Antwort #6 am: 11. September 2007, 17:03 »
Hallo Siegfried!

Weißt du, ich bin ein umgänglicher Mensch, und sehe immer, leider das Gute im Menschen. So auch bei meiner Krankheit. Ich feue mich,dass mein BK,zur Zeit so ist,wie er ist. ;D
Vielleicht bin ich naiv,aber ich glaube und hoffe,dass es einige Zeit so bleibt. Kopfzerbrechen machern mir "nur" die Metas.
 Denn dann kann alles recht schnell gehen. Ich verhalte mich in der Arbeit,als wär ich gesund,dass es auch meine Kolleginnen vergessen. Und dann, mal so ganz nebenbei fragen,ob es mir eh gut geht,hihi.

Aber wenn ich in der Zeitung lese, wie bei Hansi Müller,( ich hoffe der Name stimmt eh) der Ex-Fußballer,dass seine Frau mit 46 an BK gestorben ist,da gibt es mir schon einen Stich und da bin ich für einige Zeit schon sehr nachdenklich und frustriert.

Aber was solls, da müssen wir durch gell Siegfried ;).

lg christina
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Dietmar E.

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Krebs und Beruf – Wie lässt sich das vereinen?
« Antwort #7 am: 11. September 2007, 17:19 »

Servus Siegfried,

auf Grund meiner familiären Situation (ältere Tochter Gehirntumor im 1. Lebensjahr, seitdem .......), habe ich dafür gesorgt, dass wir in der Tischlerei einen behinderten Burschen aufnehmen.
Er war ca. 25 Jahre alt, geistig behindert, hat in einer Beschäftigungstherapiestelle den Tag verbracht, wofür seine Mutter zahlen mußte.

Er hat sich gut eingearbeitet, aber schwierig war es mit den Kollegen, denn der Behinderte wurde zum vollen Kollektivvertrag entlohnt, obwohl er nicht einmal 50 % Leistung brachte.

Hilfe bekam ich und er durch das (szt.) Landesarbeitsamt, und ich erinnere mich, dass die dortigen Sozialarbeiter szt. sehr realistisch aber trotzdem einfühlsam werkten.

LG.

Dietmar
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Erika

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Krebs und Beruf – Wie lässt sich das vereinen?
« Antwort #8 am: 12. September 2007, 11:29 »
Hallo!

Ja, es ist oft nicht einfach, wenn man als Kranker und/oder Behinderter arbeiten will. Viele Dienstgeber scheuen sich überhaupt davor einen Kranken (weiter) zu beschäftigen und vergessen dabei, dass oft gerade wir Kranken sehr engagiert sind, weil wir uns und den anderen beweisen wollen, dass wir noch leistungsfähig sind. Es ist sogar oft sowas wie Neid dabei, wenn Kranke mal von der Arbeit fernbleiben, weil sie eben Therapien in Anspruch nehmen oder dergleichen. Wenn ich so was merke, frage ich immer, ob sie mit mir tauschen wollen - aber mit allen Konsequenzen. Keiner hat dieses Angebot noch angenommen  ;)

Es ist schön zu arbeiten, gebraucht zu werden und den Lohn dafür zu bekommen - besonders als kranker Mensch. Und sicher auch in vielen Fällen machbar und sinnvoll. Aber, wenn es einem schlecht geht, sollte man auch nicht zu stolz dafür sein und das vor sich und den anderen zugeben und sich nicht bis zum Umfallen quälen. Keiner wird dir jemals dein Engagement danken, wenn du dann irgendwann umkippst und wirklich nicht mehr kannst. Man sollte seine Grenzen akzeptieren, auch andere Prioritäten im Leben setzen und nie vergessen, dass man nur dieses eine Leben hat, das sollte man schon so angenehm wie möglich gestalten.

@Jutta: Danke für deinen Kommentar - ich wünsch dir auch alles Gute!

@Dietmar: Find ich super, dass ihr einen Behinderten eingestellt habt!

@Siegfried: Ich weiß leider nicht, welche Art Beratung du meinst. Meinst du psychologische Beratung als Hilfestellung mit der Doppelbelastung Krankheit/Beruf zurecht zu kommen oder rechtliche Beratung? Rechtliche Beratung hab ich z. B. sehr gute und hilfreiche bei der Arbeiterkammer und auch beim Bundessozialamt bekommen.

LG Erika


« Letzte Änderung: 17. September 2007, 18:43 von Erika »
Mein Lebensmotto: Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Siegfried

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Re: Krebs und Beruf – Wie lässt sich das vereinen?
« Antwort #9 am: 12. September 2007, 12:23 »
Hallo Erika
Danke für Deine Zeilen Du sprichst mir aus der Seele.
Zu Deiner Frage: Ich meinte beide Arten von Beratung psychologische und rechtliche obwohl ich weis das Rechtsberatung einfacher zu bekommen ist als psychologische Hilfe. Aber genau die psychologische Hilfe währe absolut notwendig,  einfach ist die Situation mit Sicherheit nicht. Eine professionelle Beratung könnte einiges vereinfachen.
Alles Gute für Deinen weiteren Weg Siegfried
« Letzte Änderung: 13. September 2007, 10:34 von Siegfried »

Siegfried

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Re: Krebs und Beruf – Wie lässt sich das vereinen?
« Antwort #10 am: 12. September 2007, 12:44 »
Hallo Christine
Soweit ich Dich nun aus Deinen Beiträgen in diesem Forum kenne bist Du eine durchaus starke Frau die realistisch im Leben steht. Das du hoffst das alles einen positiven Weg geht ist nur zu verständlich, Du hast so wie wir alle nur die Möglichkeit die Zukunft auf Dich zukommen zu lassen. Egal ob die Metas kommen oder nicht Du kannst es nicht beeinflussen, aber du darfst dich nicht damit belasten, sonst schädigst Du Dein Immunsystem und das währe im Ernstfall äußerst Kontraproduktiv. Wie es mir vor Jahren eine Deiner Leidensgenossinnen erklärte
„Du kannst ihn nicht verhindern aber wenn er da ist kannst du ihn mit aller Kraft bekämpfen, und darum vergeude nicht deine Kraft auf das angstvolle Warten, sondern steigere sie in dem du ein bewusstes und erfülltes Leben lebst.“ Das kann ich Dir und allen die in Deiner Situation sind mitgeben. Seit ich danach lebe bin ich stärker als je zuvor, egal ob sich irgendwann wieder ein Krebs in mir festsetzen wird, ich werde ihn bekämpfen, aber ich lasse mich nicht von ihm fertig machen schon gar nicht bevor ich ihn in mir habe.
LG Siegfried
« Letzte Änderung: 12. September 2007, 15:25 von Siegfried »

Erika

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Krebs und Beruf – Wie lässt sich das vereinen?
« Antwort #11 am: 12. September 2007, 12:45 »
Hallo Siegfried,

hast du es schon mal bei der Krebshilfe versucht, psychologische Beratung zu bekommen. Schau mal hier: http://www.krebshilfe.net/beratung.shtm

Ich wünsch dir auch alles Gute!

LG Erika
« Letzte Änderung: 17. September 2007, 18:43 von Erika »
Mein Lebensmotto: Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Siegfried

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Re: Krebs und Beruf – Wie lässt sich das vereinen?
« Antwort #12 am: 12. September 2007, 13:00 »
Hallo Erika
Ich bin zum Glück schon weit von der Problematik entfernt und versuche nur für jene die in der Situation sind Möglichkeiten zu finden und aufzuzeigen.
Darum danke ich Dir und allen die sich in diesem Forum aktiv einbringen für ihre Hilfe, und die Tipps die von Dir und allen anderen kommen.
LG Siegfried

Renate

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Re: Krebs und Beruf – Wie lässt sich das vereinen?
« Antwort #13 am: 07. Oktober 2007, 18:22 »
Hallo zusammen,
zu obigem Thema möchte ich sagen, dass ich ca. 1/2 Jahr nach meiner Krebserkrankung und trotz Stoma wieder arbeiten ging. Es hat mir Freude gemacht, wieder mit beiden Beinen im Leben zu stehen und zu beweisen, dass auch Kranke bzw. Behinderte etwas leisten können. Heute nach mehr als 20 Jahren spricht keiner mehr darüber, weil man mir auch nichts anmerkt, obwohl die "Schwerbehinderung" zwar nicht zu sehen ist aber doch einiges an Disziplin und Stärke bedarf. Nächstes Jahr gehe ich in Rente und freue mich auch schon darauf. Trotzdem ein neuer Lebensabschnitt, der wieder neu gestaltet werden muss. Lg Renate  :D 

christina62

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Krebs und Beruf – Wie lässt sich das vereinen?
« Antwort #14 am: 08. Oktober 2007, 15:37 »
Hallo Renate!


Danke für deinen Beitrag! Ich bin auch froh,arbeiten zu können.

Denn da ist alles leichter,man wird abgelenkt und man fühlt sich wichtig und normal.... ;D.

Drum hoffe auch ich,dass ich noch lange arbeiten gehen darf,also was die Krankheit betrifft. :)

Klar,wenn ich in Rente gehen könnte,würde ich es auch in Anspruch nehmen. Aber bei mir fehlen noch xxxx

Jahre,war ich doch lange bei meinen Kindern zu Hause.

KLar mußt du nun wieder neue Interessen suchen ,wenn du in Rente bist,Renate! Wir Mädls bleiben ja lange

jung ;D, und wollen das Leben genießen!!!

Aber ich bin mir sicher,dass dir das nicht schwer fallen wird!!!

lg christina
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