Autor Thema: Mundtrockenheit - Chemo, Bestrahlung, Medikamente ....  (Gelesen 16968 mal)

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Jutta

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Mundtrockenheit - Chemo, Bestrahlung, Medikamente ....
« am: 11. September 2007, 21:46 »

Mundtrockenheit bei Tumorerkrankungen


Mundtrockenheit kann bei Patienten mit einer Tumorerkrankung durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Eher selten ist es so, dass die Tumorerkrankung die Speicheldrüsen selber befällt und dadurch zu einer verminderten Bildung von Speichelflüssigkeit führt. Häufiger kommt es zu einer Mundtrockenheit im Rahmen der Tumorbehandlung, insbesondere durch eine Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich oder durch die Gabe von Chemotherapiemitteln, die die Schleimhaut schädigen. Auch die Einnahme von Medikamenten, die als Begleittherapie eingesetzt werden, kann zur Mundtrockenheit führen.

Zu diesen Medikamenten, die Mundtrockenheit auslösen können, gehören auch Antidepressiva, Sedativa, Medikamente gegen Bluthochdruck und Allergien, einige Antibiotika und Lipidsenker sowie wassertreibende Mittel und Medikamente, die z. B. die Blasentätigkeit nach Operationen im Unterleib beeinflussen.

Das unangenehme Gefühl des trockenen Mundes führt zu verstärktem Durstgefühl, Beschwerden beim Kauen, Schlucken, Sprechen und Essen, Geschmacksstörungen bis hin zu Schleimhaut- und Zungenbrennen, schmerzhaften Stellen im Mund und Zahnfleischbluten. Für Zahnprothesenträger entstehen oft weitere Probleme durch Druckstellen oder dass die Prothese nicht mehr richtig sitzt.

Durch diese Veränderungen kann es zu Schmerzen beim Essen und Schlucken und in der Folge zu Appetitmangel, aber auch zu Beschwerden beim Sprechen kommen. Durch eine Zunahme von Krankheitserregern im Mund kann es zu einer vermehrten Parodontose und Kariesbildung kommen. Unangenehm ist auch die Entstehung von Mundgeruch. Längerfristig kann Mundtrockenheit zu einer verminderten Nahrungsaufnahme und damit ungesunder Ernährung und Gewichtsabnahme führen.

Mundtrockenheit: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Bereits bei der Behandlungsplanung sollte vom Arzt darauf geachtet werden, ob Therapeutika eingesetzt werden, die zu Mundtrockenheit führen können. Dann sollte der Patient auf dieses Problem hingewiesen und ihm die verschiedenen Hilfsmöglichkeiten erläutert werden. Bemerken Sie als Patient Mundtrockenheit, sprechen Sie mit Ihrem Arzt offen darüber und bitten Sie ihn, Ihnen Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen.

Bei einer Bestrahlungsplanung im Halsbereich kann durch moderne Bestrahlungsplanung in einigen Fällen die Bestrahlung der Speicheldrüsen zumindest auf einer Seite vermieden werden. Bei starker Mundtrockenheit auf dem Boden einer Medikamentennebenwirkung ist evtl. ein Austausch des Medikamentes möglich.

Bei einer Chemotherapie, die die Mundschleimhaut angreifen kann, ist es wichtig, von Anfang an für eine gute Mundpflege zu sorgen. Hierzu gehören Spülungen mit Salbei oder Kamillenextrakt, vorsichtiges, schonendes Zähneputzen mit weicher Zahnbürste oder Anwendung der Munddusche und das Vermeiden von scharfen oder heißen Speisen.

Ganz wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Der Speichelfluss kann durch Lutschen von Bonbons oder Kauen von Kaugummis gefördert werden, wobei auf zahnfreundliche zuckerfreie Zubereitungen geachtet werden sollte. Hierbei können bei der Auswahl der Geschmacksrichtung die eigenen Vorlieben berücksichtigt werden, insbesondere Pfefferminz- und Salbeizubereitungen haben sich bewährt. Auch das Lutschen von Eiswürfeln (evtl. aus Fruchtsaft, auch mit Fruchtfleisch oder anderen Getränken) kann hilfreich sein. Hier hat sich besonders die Ananasfrucht bewährt.

Mundtrockenheit: Medikamentöse Behandlung
Die in vielen Kliniken eingesetzten Zitronenstäbchen werden nur von einigen Patienten als längerfristig hilfreich empfunden. Bewährt hat sich der Einsatz von künstlichen Speichelersatzflüssigkeiten als Mundspray, die zu einer Befeuchtung des Mund- und Rachenraumes führen und meist pflegende Eigenschaften haben. Darüber hinaus wirken sie einer Demineralisierung der Zähne und einer Karies entgegen. Diese Sprays enthalten in der Regel eine die Feuchtigkeit bindende Grundsubstanz, pflegende Substanzen wie Panthenol und Mineralien. Sie können nach Bedarf, also in unbegrenzter Menge, eingesetzt werden.

Siegfried

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Re: Mundtrockenheit - Chemo, Bestrahlung, Medikamente ....
« Antwort #1 am: 11. September 2007, 22:59 »
Wichtig ist es bei Mundtrockenheit sich eine eigene Technik beim Trinken anzugewöhnen.
Es hilft nicht wenn man einen Liter in einem Zug trinkt das füllt den Bauch aber der Mund bleibt trocken. Wenn man aber in kleinen Schlucken trinkt und die Flüssigkeit einen Moment im Mund läst bevor man sie schluckt lindert sich das Gefühl des Durstes und Trockenheit.
Ich trinke noch Heute so nach 17 Jahren weil ich sonst vor Durst umkomme.
LG Siegfried

muuuzi

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Re: Mundtrockenheit - Chemo, Bestrahlung, Medikamente ....
« Antwort #2 am: 18. September 2007, 12:31 »
Mein Vater hat immer eine Flasche Wasser dabei wenn er für längere Zeit ausser Haus geht. Sein Sprühfläschchen mit dem künstlichen Speichel hat er immer dabei.
Essen fällt ihm gar nicht so schwer wie wir anfangs befürchtet haben! Wirklich Probleme machen nur Kartoffeln und andere Dinge, die viel Stärke enthalten. Da er noch immer gerne kocht, probiert er vieles aus um zu sehen, was er essen kann und was nicht. Schickt mir eine Nachricht und ich schreibe euch gerne, was leicht zu essen ist. Der Geschmack kommt erst langsam wieder. Salzig geht, süß schmeckt er nur im Extremfall.
Die Speicheldrüsen im Mund werden wohl zerstört bleiben. Wir hoffen aber, dass die Ohrspeicheldrüsen gut genug ausgespart wurden bei der Bestrahlung!
Liebe Grüße,
Petra

Werner

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Chemo - Schmerzen und Mundprobleme
« Antwort #3 am: 26. Februar 2008, 09:13 »
Schmerzen reduzieren – Lebensqualität trotz Chemotherapie
15.02.08.

In Deutschland erhalten knapp 5.000 Patienten pro Jahr eine Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender Stammzelltransplantation. Als Folge einer solchen Therapie erleiden die Patienten häufig eine sehr schmerzhafte Entzündung der Mundschleimhaut. Es können sich blutige, offene Stellen im Mund bilden, weil die Chemotherapie die Epithelzellen der Mundschleimhaut schädigt. Manchen Patienten ist es kaum noch möglich zu essen, zu trinken oder zu sprechen. Sie sind auf starke Schmerzmittel wie Morphine oder Opioide angewiesen. In besonders schweren Fällen können die Betroffenen keine Nahrung oder Flüssigkeit über den Mund aufnehmen und müssen künstlich ernährt werden.

Es gibt aber Hilfe für die Patienten, die das Leiden auf ein Minimum reduziert. Denn es stehen moderne Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, um die Beschwerden zu lindern. Es gibt Faktoren, die das Wachstum der Epithelzellen in Mund, Magen und Darm fördern. Somit kann die Zerstörung der Mundschleimhaut durch die Hochdosis-Chemotherapie reduziert werden. Die Patienten können dann besser essen, trinken und sprechen. Eine entscheidende Steigerung der Lebensqualität, die für gesunde Menschen kaum vorstellbar ist.

Quelle: Initiative Hämatologie


Sissi

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Chemotherapie - Schleimhäute
« Antwort #4 am: 03. August 2009, 22:19 »
Tumortherapie

Quälende Schleimhautschäden verhindern

Von Christian Bannert und Constanze Rémi

Patienten, die eine Chemo- oder Strahlentherapie erhalten, erleiden teilweise massive Schleimhautschäden. Die Entzündungen und Ulzera sind sehr schmerzhaft und qualvoll. Doch mit konsequenter Prophylaxe kann man schwere Schäden vermeiden oder lindern. Hier kann sich der Apotheker als Prophylaxeberater etablieren.

Alle Schleimhäute im gesamten Gastrointestinal- und Urogenitaltrakt sowie die Bindehaut der Augen können durch Zytostatika und Bestrahlung Schaden erleiden. Häufig werden die Defekte unterschätzt, weil sie meist erst im Verlauf der Krebsbehandlung auftreten. Sie können dann aber äußerst schmerzhaft sein und die Lebensqualität der Patienten massiv beeinträchtigen.

Bei einer Tumorbehandlung ist die Entzündung des Mund-Rachen-Raums (Mukositis) für den Patienten besonders belastend. Beschränkt sie sich auf den Mund, spricht man von Stomatitis. Da dies in der Krebsbehandlung in der Regel nicht der Fall ist, werden die Begriffe Stomatitis und Mukositis nebeneinander verwendet. Meint man ausdrücklich den Mund- und Rachenraum, handelt es sich um eine „orale Mukositis“. Sehr quälend für den Patienten sind auch die Schädigung der Dünndarmschleimhaut, die zu Enteritis und Diarrhö führt, sowie die Proktitis nach Bestrahlung im Rektum.


Nicht selten brechen Patienten die Krebstherapie wegen unerträglicher Schmerzen aufgrund von Schleimhautläsionen ab. Damit verstärkt sich nicht nur ihr Leiden, sondern auch die Chance auf Heilung sinkt.

Was viele nicht wissen: Mit gezielter ......................

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=30498&type=0