Autor Thema: Wann muß operiert werden?  (Gelesen 3520 mal)

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christina62

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Wann muß operiert werden?
« am: 08. Oktober 2007, 16:07 »

Wann muß operiert werden?

Nur selten müssen Patienten mit Knoten in der Schilddrüse operiert werden. Unbedingt operiert werden sollte aber bei


Krebsverdacht

Alle Knoten, wo nicht mit letzter Sicherheit ein bösartiges Zellwachstum ausgeschlossen werden kann, sollten entfernt werden. Dazu gibt es bestimmte Kriterien: Einzelknoten in ansonsten normaler Schilddrüse und ein grössenmässig dominanter Knoten in weiters von kleineren Knoten durchsetzter Struma nodosa (Abbildung 1) sollten operativ behandelt werden. Das Bild zeigt einen solchen Einzelknoten, eine Struma uninodosa.

Im Ultraschallbild können auch gewisse Hinweise auf ein möglicherweise bösartiges Wachstum gefunden werden. Die Punktion eines  verdächtigen Knotens in einer auch sonst von Knoten durchsetzten Struma kann auch eine gewisse Entscheidungshilfe geben. Der „kalte" Knoten (Abbildung 2) ist immer verdächtig, bösartig zu sein, und sollte daher entfernt werden.

 


Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). 

Eine Hyperthyreose, die trotz Tablettenbehandlung nicht besser wird, sollte vom Chirurgen behandelt werden. Hier ist die Radiojodbehandlung nur bei Patienten sinnvoll, denen eine Operation auf Grund von Alter und allgemeiner Schwäche oder ernsten Begleitkrankheiten nicht zumutbar ist.
Auch ein autonomes Adenom (szingraphisches Bild: Abbildung 3) ist durch chirurgische Therapie am besten zu heilen.
Besonders der Morbus Basedow sollte mittels Schilddrüsenoperation behandelt werden, insbesondere wenn schon Augenveränderungen vorhanden sind.



Wachtsum unter Beobachtung.


Auch wenn die Knoten zunächst nicht unbedingt Zeichen der Bösartigkeit zeigen, ist Wachstum innerhalb kurzer Zeit ein Alarmzeichen. Vor allem, wenn es trotz Gabe von Schilddrüsenhormonen (zB Thyrex oder Euthyrox) zu einer Vergrösserung der Struma kommt. Dann liegt auch bei eher harmlosem Ultraschallbild letztlich ein Verdacht auf bösartiges Zellwachstum vor, wir müssen mit einer Struma maligna rechnen.



Wenn mechanischer Druck auf die Umgebung entsteht (Kompression).  


Patienten berichten oft von einem zunehmenden Druck-, Würge-,  Globus- oder Engegefühl im Halsbereich. Hier hilft oft nur noch eine Operation der Struma. Diese Symptome entstehen, wenn durch die Grösse der Struma ein Druck auf andere Organe zu deren Beeinträchtigung (Würgegefühl beim Schlucken) oder Verlagerung führt.



Ausdehnung der Struma in den Brustkorb.



Die Patienten klagen oft über Atemnot und müssen bei Anstrengung keuchen. Dies kann durch den Druck der Struma auf die Luftröhre hervorgerufen werden. Wenn die Schilddrüse einmal in den Brustkorb vorwächst, ist es höchste Zeit, einen Schilddrüsenchirurgen aufzusuchen. Auch beim Wachstum bis zum Herzen ist eine solche Operation in der Regel ohne Eröffnung des Brustkorbes möglich. Liegt aber eine Struma vor, die Jahre nach der Erstoperation bis in den Brustkorb vorgewachsen ist, kann es notwendig sein, dass bei sehr ausgedehntem Befund eine Brustkorböffnung durchgeführt werden muss, damit der Eingriff sicher und komplikationsfrei gelingt.


www.chirugie-prager.at
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Edi

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HEUTE: Schilddrüsen-Operation
« Antwort #1 am: 17. März 2008, 11:04 »


ORF, Radio Ö1, 14.05 Uhr:

Schilddrüsenoperationen - schonender Eingriff mit Ultraschallschere

Technischer Fortschritt passiert ständig und oft unbemerkt. Und doch betrifft er viele Bereiche
unseres Lebens. Der Operationssaal ist da sicher keine Ausnahme. Ultraschall zum Schneiden von Gewebe
zu verwenden, ist zwar keine neue Erfindung - derartige Instrumente gehören seit fast zehn Jahren
zur Grundausstattung der meisten Operationssäle - bislang waren diese Geräte jedoch recht schwer und unhandlich.

Anfang des Jahres wurde eine neue Generation von Ultraschallscheren ausgeliefert,
diese sollen vor allem bei Schilddrüsenoperationen zum Einsatz kommen.