Autor Thema: Prostatakrebs: PET-MRT, PET-CT  (Gelesen 15970 mal)

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Dietmar E.

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Prostatakrebs: PET-MRT, PET-CT
« am: 21. Oktober 2007, 17:38 »
Einige wissen es,

dass ich vor 17 Tagen u. a. ein "PET-CT" in der Univ. Klinik hatte.

Das Ergebnis war nicht eindeutig.


Empfohlen wurde anschließend von der "Nuklearmedizin-PET-Chefin", Frau OA. Dr. Kendler:


Sehr geehrter Herr Erlacher,

wir haben die Ergebnisse der PET- Untersuchung gemeinsam besprochen.
Leider liefern diese auch keine eindeutige Diagnose, auch wenn sie  für einen malignen Prostatatumor nicht typisch sind. Ein maligner Tumor anderer Genese (Harnblase, ...) läßt sich mit Cholin- PET ebenso nicht ausschließen (Cholin- PET ist vorläufig nur für Staging und Metastasensuche eines Prostata-Karzinoms zugelassen).

Unsererseits würde ich Ihnen in erster Linie eine gezielte Biopsie der mehrspeichernden Läsion in der Prostata empfehlen. Sollte diese nicht möglich sein, kann uns  hoffentlich eine relativ kurzfristige Verlaufskontrolle mit PET und MRT der Beckenregion etwas weiter bringen. Es steht weltweit bisher kein PET/MRT- Gerät für Anwendung an Patienten zur Verfügung.

Trotzdem gibt es eine Möglichkeit die Bilder beider Untersuchungen zu überlagern, in dem wir die Anmeldung für beide Untersuchungen über das SIP-Labor  der Radiologie I laufen lassen. Der Patient wird bei beiden Untersuchungen, in einer Vakuummatte gelagert, die eine exakte Lagerung des Körpers gewährleistet und eine Überlagerung der Bilder mit einem 3D-Navigationssystem ermöglicht. Leider ist auch diese Methode nur eine weitere diagnostische Möglichkeit, liefert aber keine definitive histologische Diagnose.

Ich hoffe Ihre Fragen bezüglich Nuklearmedizin beantwortet zu haben und wünsche Ihnen alles Gute

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dorota Kendler
« Letzte Änderung: 21. Oktober 2007, 18:38 von Dietmar E. »
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Dietmar E.

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Prostatakrebs: PET-MRT
« Antwort #1 am: 21. Oktober 2007, 17:48 »
Und wer mich kennt der weiß, ich möchte möglichst Gewissheit haben.

Da kommt in Frage:

Magnetresonanztomographie (MRT)

und

Magnetresonanzspektrographie (MRS)


Dazu später, denn es gibt ein "heißes Eisen", leider noch sehr heiß. Beim Brustkrebs brachte

die Mammographie den Durchbruch, bzw. zuletzt hierfür das MRT.

Bei Prostatakrebs könnte es das sein/werden:


Neues Traumpaar in der Großdiagnostik

Sie fehlte gerade noch: Die Kombination aus MRT und PET. Jetzt wurde
in den USA erstmals ein Prototyp vorgestellt, der beide Modalitäten in einer einzigen Röhre vereint.
Vor allem die Neurologen sind entzückt. Die Krankenkassen weniger, denn die neue Fix-Kombi dürfte auch bei den Kosten neue Standards setzen.

Wer automatische Fließbänder, Montageroboter und andere Wunder des modernen Maschinenbaus
erwartet, wird in den Fabrikhallen des Siemens-Konzerns nördlich von Chicago enttäuscht: In der Herstellung
medizinischer Großgeräte wie CT, PET oder SPECT dominiert die Handarbeit, bei Siemens wie bei allen
anderen Herstellern derartiger Produkte.

Medizinische Bildgebung: Der Trend geht zur Zweitmodalität
Was Siemens-Techniker in Chicago zusammenschrauben, sind vor allem SPECT-Geräte und PET-Scanner. Sie werden mittlerweile überwiegend als halbe Röhren produziert. Beim Kunden werden sie dann passgenau an einen Computertomographen anmontiert, der aus Deutschland angekarrt wird.

Am Ende steht das PET/CT oder das SPECT/CT, Apparaturen, die die Vorteile der funktionellen nuklearmedizinischen Diagnostik mit der überlegenen anatomischen Darstellung der Computertomographie verbinden.

"Mit der Einführung der PET/CT ist der Markt für eigenständige PET-Geräte praktisch zusammengebrochen", sagt Wilfried Löffler, Vice-President der Molecular Imaging Group von
Siemens Medical Solutions. So gut wie gar kein PET-Scanner wird heute mehr ohne CT ausgeliefert. Bei
SPECT-Geräten ist es noch etwas anders: Rund ein Fünftel der ausgelieferten Geräte sind
Kombinationen mit CT-Röhren. Der Grund für diesen Unterschied: SPECT-Geräte sind wesentlich günstiger als PET-Scanner. Der Preisunterschied zwischen SPECT und SPECT/CT ist entsprechend deutlich größer als der zwischen PET und PET/CT. Trotzdem: Die Kombinationsgeräte sind klar im Kommen.

PET in der Höhle des Magnetlöwen

Nur an einer Front war bisher nichts zu vernehmen: Die Kombination aus Magnetresonanztomographie (MRT) und
PET gab es bisher nur auf den Wunschlisten passionierter Diagnostiker, aber nicht in der Wirklichkeit.
"Herkömmliche PET-Systeme funktionieren in den Magnetfeldern der MR-Geräte einfach nicht", so Löffler - ein
schwer aus dem Weg zu räumendes Hindernis.

Doch jetzt soll alles anders werden: Von einem "Wendepunkt in der Diagnostik und Therapie für Millionen von Patienten" spricht Siemens im Zusammenhang mit der Vorstellung des weltweit ersten Prototypen
eines PET/MRT. Entwickelt wurde die Wundermaschine unter tatkräftiger Mithilfe von Ärzten der Universitäten
Tennessee und Tübingen. Um die Probleme mit den Magnetfeldern zu umgehen, kommen bei der
PET-Komponente des Systems neuartige Photodioden zum Einsatz, die bisher vor allem in der Laserphysik
genutzt wurden. Und um gar nicht erst Zweifel daran aufkommen zu lassen, dass ein Hi-Tech-Gerät geplant ist,
wurde das PET gleich für seinen ersten Kombi-Auftritt mit einem 3-Tesla-MRT verheiratet.

Unmittelbar vor der Kommerzialisierung steht die Sache freilich noch nicht: "Einige Jahre wird es noch dauern bis zur Serienreife", schätzt Löffler vorsichtig.

Des einen Freud, des anderen Leid...
Bis dahin soll die Maschine ausführlichen Tests unterzogen werden. Vor allem die Neurologen sind von den neuen Möglichkeiten entzückt. Sie konnten bisher mit PET-Scannern leichte kognitive Defizite von einer frühen
Alzheimer-Demenz abgrenzen. Und sie konnten per MRT sehr präzise das Hirnvolumen bestimmen und
daraus Hinweise auf eine sich entwickelnde Hirnatrophie ableiten. Mit der PET/MRT lassen sich diese
Untersuchungen in einem Aufwasch erledigen, was die Alzheimer-Frühdiagnostik stark vereinfachen könnte.
Auch in der Stammzellforschung könnte die PET/MRT für Furore sorgen: Weil sie anatomische und funktionelle
Messungen in einer bisher nicht da gewesenen Auflösung ermöglicht, dürfte sich die Migration von therapeutisch eingesetzten oder auch körpereigenen Stammzellen praktisch in Echtzeit beobachten lassen - eine faszinierende Perspektive. Ob das alles wirklich dazu beiträgt, die Medizin langfristig günstiger zu machen, wie
Siemens Medical-Chef Erich Reinhardt nicht müde wird zu betonen, das muss sich erst noch weisen.

Im Moment kämpft das deutsche Gesundheitswesen in Sachen Diagnostik erst einmal mit der PET/CT, die bei
Gerätekosten und Aufnahmepreisen neue Maßstäbe gesetzt hat. Mit viel Mühe und nach jahrelanger Hinhaltetaktik wurde erst kürzlich vor dem Gemeinsamen Bundesausschuss die Erstattung für einige wenige Indikationen erstritten.

Doch der Kampf ist noch längst nicht ausgestanden. Die Krankenkassen werden also nicht undankbar sein, dass ein Gerät, das absehbar neue Kostenrekorde aufstellen wird, noch ein wenig auf sich warten lässt.

http://newsletter.doccheck.com/generator/763/3961/frxhtml


Anmerkungen:
Da Siemens auch Mitbewerber hat, werde ich mich weiter Schlau machen.


« Letzte Änderung: 21. Oktober 2007, 17:52 von Dietmar E. »
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Josef

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In Österreich habe ich davon noch nie gehört!
Es scheint aber git, nachfolgendes zu beachten!



Ernährungsempfehlung vor der Diagnostik mit Cholin-PET/CT

Die C-11-Cholin-PET/CT-Untersuchung wird am besten im Nüchternzustand durchgeführt. Die letzte Mahlzeit sollte also mindestens 8 Stunden vor der Untersuchung eingenommen werden. Bezüglich Trinken von Tee, Kaffee oder Mineralwasser bestehen keine Einschränkungen. Vitamin-Säfte bzw. Vitamin-Präparate sollten 1 Tag vor der Untersuchung abgesetzt werden.
Da Cholin in verschiedenen Lebensmitteln vorkommt, haben wir gemeinsam mit der Ernährungsberaterin Frau Jütting (Klinik für Innere Medizin I; Uniklinik Ulm) folgende Ernährungsempfehlung ausgearbeitet, die 5 Tage vor der Untersuchung begonnen werden sollte.

Ausgewogene Mischkost
100 g Fleisch oder Fisch oder Sojaprodukt am Tag
50 g Wurst
sparsamer Gebrauch von pflanzlichen Öl
Keine Eier und damit hergestellte Produkte, z.B. Eierteigwaren, Pfannkuchen
Keine Leber von Rind, Schwein, Lamm, ect.
Keine Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, die Cholin enthalten
Medikamente mit Ausnahme einer antihormonellen Medikation (siehe unten) können wie üblich eingenommen werden

All dies ist nachzulesen unter volgendem Link:
http://www.uni-ulm.de/klinik/radklin...p_prostata.htm
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Josef

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Prostatakrebs: PET-Cholin-CT, für wen, wozu?
« Antwort #3 am: 27. März 2008, 11:21 »
Cholin-PET-CT-Diagnostik

= Positionen-Emissions-Tomographie

Entscheidet ein Betroffener sich für diese Diagnostik, sollte diese nicht irgendwo gemacht werden, sondern in einer Praxis mit besten Erfahrungen speziell mit dem Prostatakrebs.
Dieses Potential ist zu finden in einer Universitätsklinik und/oder in entsprechenden Privatpraxen. Umfangreiche Erkundigungen sind demnach dringend angebracht.

Es gibt z.Zt. kein besseres bildgebendes Verfahren. Es ist möglich bereits Minimetastasen zu erkennen. Trotzdem sollte immer vor der Anwendung zusammen mit dem Fachmann überlegt werden, ob tatsächlich das Ergebnis einer derartigen Untersuchung das therapeutische Vorgehen verändert. Nur wenn diese Frage mit „Ja“ beantwortet werden kann, macht es Sinn die Untersuchung durchzuführen.

Wird ein Profi wie oben angedeutet tätig und setzt dieser zusätzlich noch ein MRT, Abkürzung für Magnetresonanz-Tomographie, ein, werden sehr genaue Untersuchungsergebnisse erzielt.
So gelingt es zu einem Prozentsatz von 85-90% normale oder gering vergrößerte Beckenlymphknoten nachzuweisen. Eine normale bildgebende Diagnostik bringt diese Ergebnisse nicht. Die Diagnostik Cholin-PET_CT ist zwar auch nicht hundertprozentig, aber das Beste was es z. Zeit gibt.

Lokalrezidiv

Die PET-CT-Diagnostik findet sehr häufig eine Anwendung wenn der PSA nach einer Totaloperation oder einer Bestrahlung wieder ansteigt und ermittelt werden muss wo der Ursprung der PSA-Steigerung liegt. Es ist nicht immer so, dass die ganze Entwicklung von der Prostataloge ausgeht, weil unsauberes Gewebe zurückgeblieben ist. Es können auch Metastasen irgendwo im Körper entstanden sein.

Es wird immer häufiger eine Diagnostik ab einem PSA von 0,2 ng/ml erwartet. Das bedeutet, dass das Cholin-PET-CT ein, zwei oder drei stecknadelkopfgroße Läsionen in einer sehr komplizierten Anatomie nachweisen soll. Diese Erwartung bewegt sich aber bereits an der Grenze des Machbaren.

Normalerweise können Rezidive einfach festgestellt werden. Bei sehr kleinen Tumorherden sinkt die Erfolgsquote aber sehr.
70% der Lokalrezidive sind cholin positiv. Bei den restlichen 30% greift diese Diagnostik nicht. Hier erfolgt der Nachweis über die zusätzlichen MR-Signale mit Spule = Spektroskopie mit Spule vor allem dann, wenn es um die Lymphknoten geht. Aber auch der Einsatz einer Kernspinn-Untersuchung bringt zusätzliche Ergebnisse. Diese Untersuchung ist auch deshalb sehr hoch einzuschätzen, weil nicht alle Betroffene auf eine PET- CT-Untersuchung ansprechen.

Der untere PSA-Schwellenwert liegt für ein brauchbares Ergebnis bei 0,5 ng/ml.

Lymphknotenmetastasen

Die Lymphknoten sind die größte Herausforderung für bildgebende Untersuchungen überhaupt. Zwar gibt es spektakuläre Bilder, das beantwortet aber noch lange nicht die Frage:
Wie sieht es mit den Lymphknoten aus.

Mit der PET-CT-Diagnostik und MR kann man größere Rezidive gut feststellen. Sehr schwierig ist aber die Frage des Lymphknotenstagings (Stadienbestimmung vor der eigentlichen Behandlung). Hierzu gibt es noch keine brauchbaren Lösungen. Rd. 50% der Feststellungen sind richtig. U.U. muss eine weitere Untersuchung über eine Magnetresonanz-Tomographie und
Nanopartikel (Eisen) erfolgen.
Fernmetastasen

Eine Diagnostik von Fernmetastasen –z.B. in den Knochen- ist mit dem Cholin-PET-CT-Verfahren sehr gut möglich.

Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
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Carola-Elke

Geri

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Prostatakrebs - PET-Cholin-CT
« Antwort #4 am: 25. Dezember 2008, 19:13 »

Cholin-PET/CT sollte zum Einsatz kommen bei:



Bei erhöhtem PSA nach Ausschluss von Prostatitis und negativer Biopsie: Lokalisation des Tumors

Bei Erstdiagnose: Habe ich schon Metastasen?

Bei Rezidiv: Wo befinden sich Fernmetastasen?

Ist es ein Lokalrezidiv und macht Bestrahlung Sinn?




Cholin-PET-CT-Diagnostik

= Positionen-Emissions-Tomographie

Entscheidet ein Betroffener sich für diese Diagnostik, sollte diese nicht irgendwo gemacht werden, sondern in einer Praxis mit besten Erfahrungen speziell mit dem Prostatakrebs.
Dieses Potential ist zu finden in einer Universitätsklinik und/oder in entsprechenden Privatpraxen. Umfangreiche Erkundigungen sind demnach dringend angebracht.

Es gibt z.Zt. kein besseres bildgebendes Verfahren. Es ist möglich bereits Minimetastasen zu erkennen. Trotzdem sollte immer vor der Anwendung zusammen mit dem Fachmann überlegt werden, ob tatsächlich das Ergebnis einer derartigen Untersuchung das therapeutische Vorgehen verändert. Nur wenn diese Frage mit „Ja“ beantwortet werden kann, macht es Sinn die Untersuchung durchzuführen.

Wird ein Profi wie oben angedeutet tätig und setzt dieser zusätzlich noch ein MRT, Abkürzung für Magnetresonanz-Tomographie, ein, werden sehr genaue Untersuchungsergebnisse erzielt.
So gelingt es zu einem Prozentsatz von 85-90% normale oder gering vergrößerte Beckenlymphknoten nachzuweisen. Eine normale bildgebende Diagnostik bringt diese Ergebnisse nicht. Die Diagnostik Cholin-PET_CT ist zwar auch nicht hundertprozentig, aber das Beste was es z. Zeit gibt.

Lokalrezidiv

Die PET-CT-Diagnostik findet sehr häufig eine Anwendung wenn der PSA nach einer Totaloperation oder einer Bestrahlung wieder ansteigt und ermittelt werden muss wo der Ursprung der PSA-Steigerung liegt. Es ist nicht immer so, dass die ganze Entwicklung von der Prostataloge ausgeht, weil unsauberes Gewebe zurückgeblieben ist. Es können auch Metastasen irgendwo im Körper entstanden sein.

Es wird immer häufiger eine Diagnostik ab einem PSA von 0,2 ng/ml erwartet. Das bedeutet, dass das Cholin-PET-CT ein, zwei oder drei stecknadelkopfgroße Läsionen in einer sehr komplizierten Anatomie nachweisen soll. Diese Erwartung bewegt sich aber bereits an der Grenze des Machbaren.

Normalerweise können Rezidive einfach festgestellt werden. Bei sehr kleinen Tumorherden sinkt die Erfolgsquote aber sehr.
70% der Lokalrezidive sind cholin positiv. Bei den restlichen 30% greift diese Diagnostik nicht. Hier erfolgt der Nachweis über die zusätzlichen MR-Signale mit Spule = Spektroskopie mit Spule vor allem dann, wenn es um die Lymphknoten geht. Aber auch der Einsatz einer Kernspinn-Untersuchung bringt zusätzliche Ergebnisse. Diese Untersuchung ist auch deshalb sehr hoch einzuschätzen, weil nicht alle Betroffene auf eine PET- CT-Untersuchung ansprechen.

Der untere PSA-Schwellenwert liegt für ein brauchbares Ergebnis bei 0,5 ng/ml.

Lymphknotenmetastasen

Die Lymphknoten sind die größte Herausforderung für bildgebende Untersuchungen überhaupt. Zwar gibt es spektakuläre Bilder, das beantwortet aber noch lange nicht die Frage:
Wie sieht es mit den Lymphknoten aus.

Mit der PET-CT-Diagnostik und MR kann man größere Rezidive gut feststellen. Sehr schwierig ist aber die Frage des Lymphknotenstagings (Stadienbestimmung vor der eigentlichen Behandlung). Hierzu gibt es noch keine brauchbaren Lösungen. Rd. 50% der Feststellungen sind richtig. U.U. muss eine weitere Untersuchung über eine Magnetresonanz-Tomographie und
Nanopartikel (Eisen) erfolgen.
Fernmetastasen

Eine Diagnostik von Fernmetastasen –z.B. in den Knochen- ist mit dem Cholin-PET-CT-Verfahren sehr gut möglich.



Siehe auch:

http://www.nuklearmedizin.de/praxen/pet.php

http://www.nuk.unispital.ch/german/


« Letzte Änderung: 25. Dezember 2008, 20:07 von Geri »

Josef

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Prostatakrebs: PET-Cholin-CT
« Antwort #5 am: 26. Juni 2009, 19:42 »

V11.3
11C-Cholin-PET-CT-gesteuerte Detektion und Resektion
von solitären Lymphknotenrezidiven nach radikaler
Prostatektomie

A. Winter1, R.-P. Henke2, F. Wawroschek1
1Klinik für Urologe und Kinderurologie und 2Institut für Pathologie, Klinikum
Oldenburg, Deutschland

Fragestellung CT und MRT sind zur frühen Detektion von kleinen
Lymphknoten- (LK-) Rezidiven beim Prostatakarzinom ungeeignet.
Das PET/CT mittels 11C- oder 18F-Cholin erfasst bereits klei20
J UROL UROGYNÄKOL 2009; 16 (Sonderheft 2)
Vortragssitzungen
nere Läsionen (≥ 5 mm) und ermöglicht die topographische Zuordnung.

Wir untersuchten, wie zuverlässig das 11C-Cholin-PET/CT
LK-Rezidive bei PSA-Anstieg nach radikaler Prostatektomie (RPE)
detektiert, und ob die Entfernung solitärer LK-Metastasen (LKM) zu
einem PSA-Ansprechen führt.

Methodik Untersucht wurden 6 Patienten (2× Z. n. Hormonentzug)
mit PSA-Rezidiv (durchschnittlich 2,67 ng/nl) nach RPE und im 11CCholin-
PET-CT diagnostizierter solitärer LKM ohne Lokalrezidiv oder
Fernmetastasen. Die im PET/CT metastasensuspekten und benachbarten
LK wurden offen entfernt. Histologischer und PET/CT-Befund wurden
verglichen und das PSA-Ansprechen überprüft.

Ergebnis
Die im 11C-Cholin-PET/CT metastasensuspekten LK
waren alle richtig positiv. Alle zusätzlich entfernten LK (10) waren
richtig negativ. Die LKM lagen ausnahmslos im Interna-Gebiet oder
pararektal. Bei 3 der 6 Patienten stellte sich eine bleibende komplette
PSA-Remission (< 0,01 ng/ml) ohne adjuvante Therapie ein (maximales
Follow-up 28 Monate). Die 3 anderen Patienten zeigten initial
auch eine PSA-Remission, 2 davon eine inkomplette. Bei einem dieser
2 wurde später ein Lokalrezidiv nachgewiesen.

Schlussfolgerung
Die PET-CT (11C-Cholin) detektierte hier die
LKM zuverlässig, wobei keine Aussage über die Sensitivität der
Methode gemacht werden kann. Die LKM liegen alle außerhalb des
Standard-LA-Gebietes, wo sie primär allenfalls eine ausgedehnte
oder Sentinel-LA erfasst. Bei allen Patienten wurde nach onkologischen
Kriterien eine Remission erreicht. 3 Patienten hatten ohne
adjuvante Therapie eine komplette PSA-Remission. Ob einzelne
Patienten operativ geheilt werden können, wird erst der Langzeitverlauf
zeigen. Grundvoraussetzung dafür ist eine optimale Bildgebung
und Erfahrung in der LK-Chirurgie.
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Carola-Elke

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Prostatakrebs: PET-Cholin-CT
« Antwort #6 am: 26. Juni 2009, 20:06 »

18-FDG-PET/CT für präoperatives Staging und Nachsorge
beim Peniskarzinom: Ergebnisse einer prospektiven Studi
e

B. Schlenker1, C. Gratzke1, D. Tilki1, O. M. Reich1, E. Hungerhuber2, P. Schneede3,
C.-G. Stief1, M. Seitz1

http://www.kup.at/kup/pdf/7974.pd    S.43

1Urologische Klinik und Poliklinik, Klinikum der Universität München – Großhadern,
2Urologie, Mühldorf, 3Urologische Klinik, Klinikum Memmingen, Deutschland

Einleitung
Das Peniskarzinom ist eine seltene und aggressive
Tumorentität mit Potential zur frühen lymphogenen Metastasierung.
Aus diesem Grund wird in Risikokonstellationen (≥ pT2 oder G3-
Tumoren) die inguinale Lymphadenektomie (LAE) empfohlen, welche
mit großer Morbidität verbunden ist. In der vorliegenden prospektiven
Studie wurde die Wertigkeit des 18-FDG-PET/CT im präoperativen
Staging und der Nachsorge evaluiert.

Material und Methoden 53 Patienten mit invasivem Penis-Karzinom
wurden vor Durchführung eines PET/CT in die Studie inkludiert
und über durchschnittlich 37 Monate nachbeobachtet. Positive
Lymphknoten (LK) wurden ausschließlich histologisch diagnostiziert,
negative LK wurden nach negativer LAE, mindestens 2 weiteren
unauffälligen Schnitt-Bildgebungen oder einem unauffälligem
Follow-up von 3 Jahren angenommen.

Ergebnisse
14 der untersuchten Patienten waren LK-positiv, in
der Bildgebung waren 2 Pat. falsch positiv und 4 Pat. falsch negativ.
Für das PET/CT betrug die Sensitivität 0,71, die Spezifität 0,95, der
positive prädiktive Wert (PPV) 0,83, der negative prädiktive Wert
(NPV) 0,90.

Schlussfolgerungen
Das PET/CT eignet sich hervorragend für
Staging und Nachsorge beim Penis-Ca. Insbesondere Low- und Medium-
Risk-Pat. mit negativem PET/CT-Staging können u. U. anstatt
einer komplikationsreichen LAE einer engmaschigen Nachsorge
mittels PET/CT-Bildgebung unterzogen werden.

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Carola-Elke

Gitti

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Prostatakrebs: 18F-Cholin
« Antwort #7 am: 01. Juni 2010, 19:07 »

   Linz (OTS) - Die Unternehmensgruppe IASON, Spezialist in der
Herstellung radioaktiver Arzneimittel, brachte den hoch dotierten
Harvard-Wissenschaftler Timothy R. DeGrado nach Linz.

   Timothy DeGrado, der Erfinder des 18F-Cholins, einem Arzneimittel,
welches bei der Suche nach dem Prostatakarzinom und Leberzellkarzinom
eingesetzt wird, war kürzlich auf Europabesuch.
Neben Turku (Finnland) hat er sich Oberösterreich als einziges
weiteres Ziel seiner Reise ausgesucht. So referierte er anlässlich
der fünfjährigen Jubiläumsfeier des Instituts für Nuklearmedizin am
LKH Vöcklabruck und besuchte im Anschluss daran das
Innovationsunternehmen IASON an dessen Forschungsstandort in Linz.

   "Es freut mich, dass ich es endlich geschafft habe jenes
österreichische Untennehmen zu besuchen, welches für die europaweite
Versorgung mit meiner Erfindung sorgt", so Prof. Tim DeGrado,
"mittels IASOcholine(R) ist es uns möglich, das "Schlechte" im Körper
zu entdecken (Originalzitat: I can see the worst in you...)", ergänzt
DeGrado.

   Das Prostatakarzinom ist in Österreich die zweithäufigste
krebsbedingte Todesursache (im Jahr 2007 kam es zu 1066 Todesfällen).
Es handelt sich dabei um die häufigste bösartige Erkrankung bei
Männern (ca. 115/100.000). DeGrado entwickelte mit seinem Team das
für die Onkologie wichtige 18F-Fluorocholin, welches auch am LKH
Vöcklabruck eingesetzt wird.

   "Alleine im vergangenen Jahr wurden 45 Untersuchungen mit dem
Arzneimittel bei Patienten mit Prostatakarzinom durchgeführt", sagt
Primar  Dr. Peter Panholzer, "das Haupteinsatzgebiet der
18F-Cholin-Untersuchung beim Prostatakarzinom sind jene Patienten,
die schon radikal operiert wurden und bei denen dann der Verdacht auf
ein Tumorrezidiv lokal oder mit Fernmetastasen, z.B. in Knochen,
besteht. Diese können mittels 18F-Cholin sehr gut und sehr frühzeitig
nachgewiesen werden, was für die rasche weitere Therapieentscheidung
für den Patienten besonders wichtig ist", so Panholzer.

   "Es handelt sich dabei um ein Positronen-markiertes
Cholineanalogon, das zunehmende Bedeutung für den Nachweis und die
Lokalisation von bösartigen Erkrankungen mit der PET-CT (Positronen
Emmissions Tomographie) Untersuchung hat. Cholinanaloga werden rasch
von bösartigem Tumorgewebe aufgenommen und sind dann mittels PET-CT
nachweisbar. In speziellen Fällen kann IASOcholine(R) ein
Prostatakarzinom lokalisieren, auch wenn Prostatabiopsien negativ
waren", ergänzt Mag. Christoph Artner (CEO der IASON GmbH). 
Prof. DeGrados Erfindung wird in Europa unter dem Namen
IASOcholine(R) hergestellt und vermarktet. Das neuartige Arzneimittel
wird im Molecular Imaging (PET) eingesetzt. Die nuklearmedizinische
Bildgebung des PET-CTs stellt ein komplett neues Tool bei der
Therapie dieser Karzinome dar und wird von Urologen und Onkologen
stark angefragt.

   Das österreichische Unternehmen IASON hat sich mit der Zulassung
von IASOcholine(R) in Frankreich und bald auch in 12 weiteren
europäischen Ländern an die Spitze der Radiopharmaka-Hersteller
katapultiert.

   Aktuell forciert IASON klinische Studien mit neuen radioaktiven
PET-Arzneimitteln beim Brustkarzinom mit dem Ziel, dass auch für das
häufigste Karzinom der Frau ein vergleichbarer Quantensprung erzielt
werden kann.

Über Timothy R. DeGrado, Ph. D.:

   Dr. Timothy R. DeGrado, Erfinder des 18F-Cholins arbeitet und
wirkt als Direktor der Zyklotron- und radiopharmazeutischen Abteilung
der Brigham Frauenklinik in Harvard; weiters hat er eine Professur
für Radiologie an der Harvard Medical School in
Cambridge/Massachusetts. Seine Spezialgebiete umfassen die
Radiologie, Radiopharmakologie, physiologische Modellierung,
Automatisierung Radiologie, Lipid-Bildgebung in der Onkologie und
Herz-Kreislauf-System. Background: B.S. (Nuclear Engineering),
University of California-Santa Barbara, 1982, M.S. (Medical Physics),
University of Wisconsin-Madison, 1985, Ph.D. (Medical Physics),
University of Wisconsin-Madison, 1988

Über IASON GmbH:

   Die Unternehmensgruppe IASON stellt radioaktive Arzneimittel her
und liefert Speziallaborprodukte für die Zielgruppe Nuklearmedizin
und Labormedizin.

   Die IASON GmbH liefert europaweit radioaktive PET-Arzneimittel und
brachte die Methode der Positronen Emissions Tomographie (PET) nach
Österreich. Das wichtigste PET-Arzneimittel, IASON Efdege(R), wird an
den firmeneigenen Produktionsstandorten Linz und Klagenfurt in den
Nachtstunden produziert. Der Vertrieb erfolgt über die firmeneigene
Fluggesellschaft DAEDALOS, die auch Privatflüge für Touristen und
Geschäftsleute anbietet.

   Im April 2010 bekam IASON für ein weiteres Arzneimittel,
IASOcholine(R), die französische Zulassung. Neben IASOcholine(R) hält
die IASON-Gruppe außerdem Arzneimittelzulassungen für drei weitere
radioaktive Tracer: Efdege(R), IASOflu(R) und IASOdopa(R). Die
innovativen Produkte werden am gesamten europäischen Markt angeboten.
Der Gründungsgedanke von IASON war, ein Unternehmen zu schaffen, das
am Weltmarkt innovative Produkte im Bereich Labormedizin bzw.
Nuklearmedizin akquiriert und dem zentraleuropäischen Markt
zugänglich macht. Ein hohes Maß an Effizienz und Produktivität wird
durch die Aufgabenteilung in Subunternehmen erzielt.

Rückfragehinweis:

~
   IASON GmbH
   Mag. Christoph Artner (CEO)
   Feldkirchner Strasse 4
   8054 Seiersberg, Austria
   Tel: +43-316-284300
   www.iason.eu
   
   Rückfragen Presse:
   Dagmar Grimus-Leitgeb, MAS
   ELEPHANTS JUMP communications & events
   Mobil: 0664 35 25 211
   d.leitgeb@elephantsjump.com
   www.elephantsjump.com
~

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

OTS0032    2010-05-19/08:46

Josef

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Prostatakrebs: PET-MRT
« Antwort #8 am: 19. Oktober 2015, 15:02 »






Bildgebung der Prostata mit MRT und PET als Entscheidungsgrundlage für die Therapie

AutorIn: Thomas Helbich    • Panorama • SO 01|2015 • 20.03.2015   

Mittels multiparametrischer Bildgebung können sowohl die Tumormorphologie als auch die Tumorbiologie auf funktioneller und metabolischer Ebene beurteilt werden.

Die multiparametrische MRT wie auch die PET mit radioaktiv markierten Tracern zeigen hohes Potenzial zur akkuraten Tumordetektion, -charakterisierung und Einschätzung der Tumoraggressivität.

Mittels spezifischer PET-Radiopharmaka ist in der Hybridbildgebung die Detektion von Metastasen in Lymphknoten und Knochen möglich, die nur wenige Millimeter groß sind.

Die Hybrid-PET/MRT wird in Zukunft die Diagnose, das Staging, die Therapieplanung sowie das Therapiemonitoring des Prostatakarzinoms noch weiter verbessern.


http://www.medmedia.at/spectrum-onkologie/bildgebung-der-prostata-mit-mrt-und-pet-als-entscheidungsgrundlage-fuer-die-therapie/

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