Autor Thema: Prostatakrebs und dann Blasenkrebs?  (Gelesen 3617 mal)

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Josef

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Prostatakrebs und dann Blasenkrebs?
« am: 31. Oktober 2007, 23:56 »
Ich würde:

Nach Feststellung von Prostatakrebs und ganz besonders nach Prostataradiotherapie engmaschig auf Blasenkrebs untersuchen lassen, und das regelmäßig,
in der Nachsorge: Harnzytologie, NMP22 Tumormarker, Ultraschall Spezial, FISH-Test,
alle 6 Monate!

Warum? P.Ca. Patienten haben überhaupt ein vielfach höheres Risiko auch Blasenkrebs zu
bekommen - leider!

Epidemiologische Studien beispielsweise nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl oder bei Patienten
mit gynäkologischen beziehungsweise Prostatatumoren weisen auf ein erhöhtes Blasenkrebsrisiko
nach Bestrahlung/Radiotherapie hin.
Es wird vermutet, dass ein derart induzierter, invasiver Blasenkrebs aggressiver
ist als ein De-novo-Blasenkarzinom.

In einer retrospektiven Untersuchung wurde dies näher untersucht.

http://www.uro-news-online.de/pdf.php?url=/archiv/2006/07/un0607_53.pdf



 


Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Josef

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Prostatakrebs und dann Blasenkrebs?
« Antwort #1 am: 01. November 2007, 00:13 »

Hier der Beweis:

Prostatakarzinom und Blasenkarzinom

Neue Untersuchung bestätigt hohe Korrelation

In der Literatur finden sich zahlreiche Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für ein Prostatakarzinom nach einem Blasenkarzinom und für ein erhöhtes Risiko eines Blasenkarzinoms nach einem Prostatakarzinom.

In einer groß angelegten retrospektiven Studie aus den Vereinigten Staaten wurde nun der Zusammenhang statistisch exakt analysiert:
Von den 673 in die Untersuchung einbezogenen Männern mit initialem Prostatakarzinom entwickelten 21 (3,1%) in der Folge ein Blasenkarzinom, von den 149 Männern mit initialem Blasenkarzinom musste bei 18 (12,1%) in der Folge ein Prostatakarzinom diagnostiziert werden.
Unter Berücksichtigung regionaler Karzinominzidenzen und der Altersschichtung - entsprechend der Untersuchungspopulation - hätte man beim Prostatakarzinom normalerweise 3,7 (statt 21) und beim Blasenkarzinom 3,1 (statt 18) Fälle erwartet.

Damit zeigt sich bei beiden Karzinomarten ein um das 5-6 fache erhöhtes Karzinomrisiko.

Für die Praxis bedeutet das, dass bei Blasen- und Prostatakarzinom-Patienten in Zukunft nicht nur
auf das Rezidiv geachtet werden muss sondern dass auch ein "Karzinomwechsel" ins Kalkül gezogen
werden sollte. Das heißt, dass zum Beispiel eine Hämaturie nach Prostatakarzinom-Behandlung
eben auch als Indiz für ein Blasenkarzinom gedeutet werden kann.

Quelle: A. Singh et al., The Journal of Urology, Vol. 178, 1526-1529, Mai 2005


UND jetzt bitte sollen sich einmal jene melden, bei denen diese eindeutige Studie
berücksichtigt wurde, und deren gibt es in medline viele! Ich werde hier bekannt geben,
bei wie vielen P.Ca. Patienten auch eine Fluoreszenz-Blasenspiegelung erfolgte. Ich kann
mir schon denken wie viele, pardon wie äußerst wenige, sich melden.


Tatsache ist, dass das die Ärzte dies nicht wissen, oder so tun, als ob sie es nicht wissen!


Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke