Autor Thema: "Goldener" Ultraschall bei Früherkennung Prostatakrebs, 14.-17.11. in Düsseldorf  (Gelesen 3660 mal)

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Werner

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Diesen Artikel wollte ich eigentlich unter Forschung hinein geben,

aber was heißt Forschung,

das ist im Einsatz!


06.11.2007


Prostatakrebs frühzeitig erkennen

 
Die Therapie von Prostatakrebs ist ein Wettrennen gegen die Zeit:

Spürt der Patient erste Symptome, hat sich der Krebs meist schon zu

stark ausgebreitet. Ein neuartiges Diagnoseverfahren kombiniert

optische Bildgebung mit Ultraschall und verbessert so die

Früherkennung.

Treten bei Prostatakrebs erste Symptome auf, hat sich der Tumor meist

schon stark ausgebreitet: Es besteht kaum noch Aussicht auf Heilung.

Eine frühe Diagnose kann Leben retten. Computertomographen,

Röntgenstrahlen und Magnetresonanzgeräte sollen die Tumore rechtzeitig

entdecken, jedoch sind die Kosten für Routineuntersuchungen oft zu

hoch und die Empfindlichkeit zu gering. Ultraschall ist zwar eine

preisgünstige Alternative, aber nicht sehr zuverlässig.

Künftig

soll ein neuartiges, kostengünstiges und sensitives Gerät die

Zahl der Frühdiagnosen von Prostatakrebs erhöhen und mehr Patienten

eine Chance auf Heilung geben. Entwickelt wurde das Diagnosegerät am

Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT in St. Ingbert,

gemeinsam mit Partnern aus fünf europäischen Ländern. Die Europäische

Kommission finanziert das Projekt mit 2,2 Mio Euro. "Wir verknüpfen

zwei verschiedene Bildgebungsmethoden miteinander - die optische

Methode und den Ultraschall", sagt Dr. Robert Lemor, Abteilungsleiter

am IBMT. "Dazu strahlen wir Laserlicht in das Gewebe. Es erwärmt sich

und dehnt sich aus, wobei Druck in Form einer Schallwelle entsteht.

Diese Schallwelle breitet sich ähnlich wie Ultraschall im Gewebe aus

und wird auch genauso detektiert." So verbinden die Forscher den guten

Kontrast vom Licht mit der guten Ortsauflösung vom Schall - und nutzen

die Vorteile beider Systeme.

Um die Krebszellen bereits im Anfangsstadium zu detektieren, brauchen

die Forscher jedoch einen noch stärkeren Kontrast zwischen Krebszellen

und gesunden Zellen. "Das erreichen wir durch Goldpartikel, die nur

wenige Nanometer groß sind. Gold absorbiert das infrarote Licht des

Lasers sehr viel besser als die Zellen und erscheint daher im Bild

heller", sagt Lemor. An diese Goldpartikel heften die Forscher

Antikörper: Sie binden an Proteine, die in Krebszellen mehrere tausend

mal häufiger vorkommen als in gesundem Gewebe. "So reichert sich das

Gold gezielt an den Krebszellen an, während in gesunden Zellen kaum

Gold zu finden ist", so Lemor. Das Gold lässt sich nicht nur für

diagnostische Zwecke nutzen, sondern auch für die Therapie: Erhöhen

die Forscher die Leistung des Lasers und steigern sie die Zeit, die

der Laser einwirkt, erwärmt sich das Gold - die entstehende Wärme

zerstört die Krebszellen. Das gesunde Gewebe bleibt verschont, denn

hier haben sich kaum Goldpartikel angelagert. Den Prototypen des

Diagnose- und Therapiegeräts zeigen die Forscher auf der Messe medica

vom 14. bis 17. November in Düsseldorf (Halle 10, Stand F05). In etwa

zwei bis drei Jahren, hofft Lemor, könnte die klinische Studie

starten.


Josef

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Innovative Sonographie beim Prostatakarzinom weiter in Arbeit
« Antwort #1 am: 18. März 2008, 20:06 »
http://www.springerlink.com/content/l25w372616486krg/

Innovative Sonographie beim Prostatakarzinom
Innovative approaches in prostate cancer ultrasound
Zeitschrift   Der Urologe A

Verlag   Springer Berlin / Heidelberg
ISSN   0340-2592 (Print) 1433-0563 (Online)
Heft   Volume 45, Number 6 / Juni 2006

Kategorie   Leitthema
DOI   10.1007/s00120-006-1089-4
Seiten   692-701
Fachgebiete   Medizin

SpringerLink Date   Samstag, 3. Juni 2006
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Leitthema
Innovative Sonographie beim Prostatakarzinom
T. Loch1 
(1)    Klinik für Urologie des Diakonissenkrankenhauses Flensburg, Akademisches Lehrkrankenhaus der Christian Albrechts-Universität Kiel, Marienhölzungsweg 2, 24939 Flensburg
Online publiziert: 3. Juni 2006
Zusammenfassung  Zur Früherkennung und Stadieneinteilung des Prostatakarzinoms wird heutzutage fast ausschließlich die sog. systematische Mehrfachbiopsie eingesetzt. Hierbei tritt das bildgebende Verfahren – der transrektale Ultraschall – als Diagnostikum mehr und mehr in den Hintergrund und dient fast ausschließlich zur Führung der Biopsienadel in spezifische anatomische Regionen. Doch selbst bei multiplen systematischen Biopsien wird eine hohe Zahl klinisch signifikanter Karzinome übersehen. Diese Tatsache hat zu einer drastischen Steigerung der Anzahl von Gewebeproben geführt. So finden sich Zentren, in denen 6, 10, 12, ja bis zu 143 Gewebeproben in einer Sitzung entnommen werden. Diese immer invasivere heterogene Vorgehensweise bestätigt den Bedarf an Verbesserung in der Ultraschalldiagnostik. Neue und innovative bildgebende Verfahren in der Prostatasonographie werden vorgestellt mit dem Ziel, die diagnostische Aussagekraft bei Erstdiagnose sowie in der Stadienvorhersage zu verbessern. Eine verbesserte Bildgebung bei Diagnosestellung und in der Stadieneinteilung würde zu einer erheblichen Verbesserung bei den Therapieentscheidungen führen.

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http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID2246978_REF876,00.html
Prostatakrebs - Mehr Sicherheit durch verbesserte Früherkennung
7.2-06-In Deutschland leidet jeder zweite Mann über 50 an einer Veränderung der Prostata, der Vorsteherdrüse. Häufiger Harndrang, tröpfelndes Wasserlassen, Schmerzen oder Blut im Urin können Alarmzeichen sein. Bei gutartiger Vergrößerung der Vorsteherdrüse reicht meist eine medikamentöse Behandlung aus.
Rechtzeitige Vorsorge deckt Veränderungen auf
Mit zunehmendem Alter jedoch droht Gefahr: Prostatakrebs - die häufigste Krebsart beim Mann. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind daher wichtig. Dazu gehört ein Abtasten der Prostata ebenso wie eine Blutentnahme für die Messung des so genannten PSA - des Prostataspezifischen Antigens. Ist dieser Wert erhöht, kann das ein Hinweis auf Krebs sein. Oft steckt aber nur eine harmlose Veränderung im Prostatagewebe dahinter.
Eine Ultraschalluntersuchung kann bei der Diagnose behilflich sein. Ob gut- oder bösartig - diese Frage kann der Urologe letztendlich nur durch die Entnahme von Gewebeproben aus der Prostata, so genannte Biopsien, klären. Durch die oft unklaren Ultraschallbilder wissen die Mediziner jedoch häufig nicht, an welchen Stellen sie Gewebe entnehmen müssen. Die Folge: Keine genauen Ergebnisse, die Prozedur muss häufig wiederholt werden.
Gefährliche Veränderungen werden erkannt
 
Ein modernes Verfahren soll die Biopsie in Zukunft erheblich vereinfachen: Wissenschaftler haben Gewebeproben von Krebspatienten eingescannt und die Daten ausgewertet, so dass sie typische Krebsmuster erhielten. Mit diesen komplexen Daten wurde das System gespeist und erkennt jetzt bei Ultraschallbildern potentiell gefährliche Areale wieder.
Mit dieser neuen Bildanalyse "ANNA" kann die Gewebeentnahme wesentlich effektiver und gezielter vorgenommen werden. Meist steht die Diagnose dann bereits nach der ersten Biopsie fest. Auch Aussagen über Größe und Aggressivität des Tumors können mit Hilfe des ANNA-Verfahrens schneller und genauer als mit einem herkömmlichen Ultraschall getroffen werden: Eine gute Voraussetzung für die Wahl der richtigen Therapie. In manchen Fällen ist gar kein Eingriff nötig, er könnte eventuell mehr schaden als nutzen. In anderen Fällen dagegen raten die Ärzte zu einer kompletten Entfernung der Prostata. Hat der Tumor noch nicht auf die Nerven übergegriffen, können diese meist erhalten bleiben - und damit auch die Erektionsfähigkeit.
Gute Heilungschancen mit wenig Nebenwirkungen
Nur etwa fünf bis zehn Prozent der Patienten müssen sich nach dem Eingriff mit dem Problem "Inkontinenz" auseinandersetzen. Ist der Tumor klein, der Krebs nur auf die Prostata begrenzt und sind keine Metastasen vorhanden, können auch so genannte Seeds eingesetzt werden, winzige Nadeln aus mit einem Titanmantel umhülltem radioaktivem Jod. Sie bleiben dauerhaft in der Prostata und bestrahlen den Tumor gezielt von innen.
Insgesamt haben Patienten mit Prostata-Krebs gute Chancen auf eine Heilung - bei rechtzeitiger Diagnose und der richtigen Therapie.
Interviewpartner im Studio:
PD Dr. Tillmann Loch
Urologe
Diakonissenkrankenhaus Flensburg
Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein
Marienhölzungsweg 2
24939 Flensburg
Telefon (0461) 812 14 04
Fax (0461) 812 14 09
Interviewpartner im Beitrag:
Dr. Annemie Loch
Urologin
Dr. Leif Baeurle
Assistenzarzt
Diakonissenkrankenhaus Flensburg
Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein
Marienhölzungsweg 2
24939 Flensburg
 
•   Visite
 Das Interview als Real-Video..
 
Dr. Tillmann Loch, Teil 1.
Länge: 02:46 Minuten
•   Visite
 Das Interview als Real-Video..
 
Dr. Tillmann Loch Teil 2.
Länge: 02:15 Minuten 
Gerhard Leibold:
Prostata.
157 Seiten Oesch (2005)
12,90 €
Hermann Delbrück:
Prostatakrebs.
268 Seiten
Kohlhammer (2004)
17,00 €
 Walther Grohmann:
Prostata - vorsorgen und heilen.
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9,95 €
•   Hinweis.
Die Texte fassen Inhalte von Visite-Beiträgen zusammen. Der Stand entspricht dem jeweiligen Erstsendedatum.
•   Mehr zum Thema Gesundheit ....
... finden Sie bei NDR Service.
Internet-Links
•   Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V..
Forum für Betroffene und Adressen von Selbsthilfegruppen.
•   Krebsinformations-
dienst (KID).
Informationsdienst für krebsbezogene Anfragen. Zudem gibt es Ansprechpartner und Hintergrundinformationen.
•   Deutsche Krebshilfe.
Informationen und kostenlose Broschüren.






« Letzte Änderung: 18. März 2008, 20:08 von Josef »
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke